Hintergrund: Opfer immer jünger

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Deutsche Presse-Agentur

Die Zunahme von Kinderpornografie ist aus Sicht von Kriminologen eng mit der Ausbreitung des Internets verknüpft. In keinem anderen Medium lassen sich die Dokumente des Missbrauchs so einfach verbreiten und austauschen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) beobachtet dabei mehrere besorgniserregende Trends: „Die Opfer werden immer jünger, die Darstellungsweise wird immer brutaler“, sagt ein Sprecher der Behörde in Wiesbaden.

Die Opfer des sexuellen Missbrauchs vor der Kamera sind einer US- Studie zufolge zu 40 Prozent zwischen drei und sechs Jahren alt. Doch jedes fünfte gezeigte Kind sei jünger als drei Jahre, sagte BKA- Präsident Jörg Ziercke Ende Februar dem „Hamburger Abendblatt“: „Auch wir beobachten einen Trend zu immer jüngeren Kindern. Es ist unvorstellbar, was die Täter - in nicht wenigen Fällen die eigenen Eltern - den Kindern antun.“

Die Abnehmer von Kinderpornografie finden sich nach BKA-Angaben in allen sozialen Schichten. In der Mehrzahl sind es Männer mittleren Alters. Ziercke befürwortete in dem Interview den Vorstoß einer Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), kinderpornografische Seiten im Internet zu sperren. Dadurch werde die Nachfrage gesenkt: „Weniger Zugriffe bedeuten sinkende Gewinne der Anbieter und machen das Millionengeschäft mit Kinderpornografie weniger attraktiv.“

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