Hintergrund: Opelwerk in Eisenach

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Deutsche Presse-Agentur

Das Eisenacher Opel-Werk wurde 1992 als jüngster deutscher Opel-Standort gegründet. Die Thüringer Tochter ist ein reines Montagewerk, das von Beginn an auf schlanke Strukturen und Teamarbeit ohne viele Hierarchien getrimmt wurde.

1700 Mitarbeiter beschäftigt Opel direkt in den Hallen, 2300 sind es einschließlich der Servicebereiche. Opel war einer der frühen Groß-Investoren in den neuen Bundesländern und sorgte auf diese Weise dafür, dass die mehr als 100-jährigen Tradition des Automobilbaus in Eisenach nicht starb. Für Thüringen ist das Opel-Werk, das auf eine Jahreskapazität von bis zu 190 000 Autos hochgefahren werden kann, einer der wichtigen Industriearbeitgeber.

Zu DDR-Zeiten war in der Stadt unweit der hessischen Grenze der Wartburg gebaut worden. Opel nutzte bis zur Eröffnung des Werksneubaus das Gelände des 1991 stillgelegten Automobilwerkes Eisenach (AWE), um die Produktion in Gang zu setzen. Zudem entschieden sich quasi im Schlepptau von Opel andere Unternehmen für eine Investition in Eisenach: Bosch hat dort ein großes Werk, BMW einen Werkzeugbau, der Autositzhersteller Lear ein Zulieferwerk.

Der Standort Eisenach rühmt sich, eines der produktivsten Autowerke in Europa zu sein. Produktionsschwankungen wurden mit flexiblen Arbeitszeitmodellen aufgefangen. Dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) dient das Werk als Trainingszentrum für das schlanke Produktionsmodell. Tausende Opel- und GM-Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren deshalb in Eisenach Station gemacht.

Seit einigen Jahren ist Eisenach eine reine Corsa-Fabrik. Teile kommen aus dem spanischen Saragossa, wo der Kleinwagen ebenfalls produziert wird. Im Gegensatz zu anderen Standorten hat Eisenach keine Zulieferfunktionen für andere Werke im Opel- oder GM-Verbund.

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