Hintergrund: Neuer Leiter, neue Themen

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Deutsche Presse-Agentur

Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als eines der international wichtigsten Treffen von Politikern und Experten. Das Forum mit mehr als 300 Teilnehmern fasst keine Beschlüsse. Ohne Druck kann öffentlich oder in Hinterzimmern über kritische Fragen gestritten und diskutiert werden.

In diesem Jahr wird erstmals Wolfgang Ischinger, langjähriger deutscher Botschafter und früherer Staatssekretär unter Außenminister Joschka Fischer (Grüne), als neuer Leiter durch die Tagung führen. Der 62-jährige Diplomat will die Konferenz neuen Themen und Teilnehmern öffnen. Den Sicherheitsbegriff will er um die Komponenten Wirtschaftskrise, Klimawandel, Armut und Sicherung von Energiequellen erweitern.

Gegründet wurde die Konferenz 1962 von dem Verleger Ewald von Kleist. Er hatte als junger Soldat die Vorbereitungen für das missglückte Hitler-Attentat 1944 unterstützt und wollte nach dem Krieg mit seiner „Wehrkundetagung“ den sicherheitspolitischen Austausch zwischen Europa und den USA fördern. Nach Ende des Kalten Krieges wurde die Tagung in „Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik“ umbenannt.

1998 gab von Kleist die Leitung an den sicherheitspolitischen Berater der Kohl-Regierung, Horst Teltschik, ab. In seine Zeit fällt das Treffen 2003 mit der offenen Auseinandersetzung zwischen Deutschland und den USA vor dem Irak-Krieg sowie die Konferenz 2007 mit dem Schlagabtausch des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem Westen angesichts neuer US-Raketenabwehrpläne.

Friedensinitiativen werfen der Tagung immer wieder Kriegstreiberei vor. Erstmals soll ein Vertreter der Protestbewegung gegen das Treffen in München mit am Tisch sitzen. Ischinger will die Konferenz aber als „Ort der Krisenprävention“ verstanden wissen. Zur Sicherheit für hochrangige Teilnehmer wie US-Vizepräsident Joe Biden und Afghanistans Präsident Hamid Karsai wird die Konferenz aber auch diesmal von Polizisten und Soldaten abgeschottet im Nobel-Hotel „Bayerischer Hof“ veranstaltet.

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