Hintergrund: Internationale Präsenz in Afghanistan

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die internationale Gemeinschaft ist in Afghanistan in verschiedener Weise präsent. Von der NATO wird seit August 2003 die internationale Schutztruppe (ISAF) geführt.

In den verschiedenen Provinzen bemühen sich 26 Wiederaufbauteams aus verschiedenen Staaten um zivile Entwicklungshilfe. Die Europäische Union beteiligt sich an der Polizeiausbildung mit der Mission EUPOL Afghanistan. Bei einer Geberkonferenz im Juni vergangenen Jahres sagte die internationale Gemeinschaft Finanzhilfe in Höhe von rund 15 Milliarden Euro zu.

Die ISAF war nach dem Sturz der Taliban im Dezember 2001 vom UN-Sicherheitsrat beschlossen worden. Der Truppe, die den Wiederaufbau eines demokratischen Afghanistans schützen soll, gehören derzeit rund 62 000 Soldaten aus 42 Staaten an. Auch Nicht-Mitglieder der NATO wie beispielsweise Australien und Neuseeland beteiligen sich. Zusätzlich haben die USA 16 000 Soldaten unter eigenem Kommando in der „Operation Enduring Freedom“ (OEF) in Afghanistan.

Deutschland ist nach NATO-Angaben mit derzeit gut 3600 Soldaten der drittgrößte Truppensteller nach den USA (knapp 30 000) und Großbritannien (8300). Laut Mandat des Bundestages darf die Gesamtzahl der deutschen Soldaten 4500 nicht überschreiten. Die deutschen Soldaten sind im vergleichsweise ruhigen Norden stationiert. Besonders hart umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten Soldaten der USA stationiert sind: Die schwer kontrollierbaren Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der radikalislamischen Taliban.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der getöteten ausländischen Soldaten der ISAF und der US-geführten Anti-Terror-„Operation Enduring Freedom“ um 35 Prozent. Nach Militärangaben aus Kabul kamen mindestens 270 ausländische Soldaten ums Leben. Die Zahl der explodierten Sprengsätze stieg um etwa ein Drittel. Die Stabilisierung des Landes wird auch durch die bis in höchste Regierungskreise reichende Korruption und den Drogenanbau erschwert. Aus Afghanistan kommen rund 95 Prozent des weltweit verbrauchten Opiums.

Die EU-Mission EUPOL Afghanistan begann im Juni 2007 mit der Ausbildung der afghanischen Polizei. Bis Ende dieses Jahres werden dafür 64 Millionen Euro ausgegeben. Von 400 geplanten Ausbildern sind bisher nur knapp 200 an Ort und Stelle. Die EU-Regierungen haben Schwierigkeiten, ausreichend Ausbilder zu finden. Die Polizeiausbildung ist in den vergangenen Monaten immer wieder auch von den USA scharf kritisiert worden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen