Hintergrund: Exkommunikation

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Deutsche Presse-Agentur

Die Exkommunikation ist der einstweilige Ausschluss eines Gläubigen aus der Gemeinschaft der katholischen Kirche. Er darf keine kirchlichen Ämter ausüben, keine Sakramente selbst empfangen oder auch nur Taufpate sein.

In der Kirchengeschichte gehört die Exkommunikation zu den ältesten Strafen. Wenn die geforderte Buße geleistet ist oder das Delikt nicht mehr besteht, ist die Aussöhnung mit der Kirche möglich. Die Freisprechung in bestimmten Fällen der Exkommunikation ist dem Bischof vorbehalten; bei schweren Fällen hat nur der Papst das Recht, den Betreffenden zu begnadigen.

Im September 2006 exkommunizierte der Vatikan zum Beispiel den umstrittenen afrikanischen Erzbischof Emmanuel Milingo, weil er vier verheiratete Männer zu Bischöfen geweiht hatte. Milingo war bereits fünf Jahre zuvor in Ungnade gefallen, als er eine Anhängerin der koreanischen Moon-Sekte heiratete. Angesichts der drohenden Exkommunikation hatte er die Verbindung wenig später gelöst und durfte daraufhin in den Schoß der Kirche zurückkehren.

Aus der katholischen Glaubensgemeinschaft ausgeschlossen wurden Anfang 2003 auch sieben Frauen, die durch den von Rom nicht anerkannten Bischof Romulo Antonio Braschi die Priesterweihe empfangen hatten. Nach katholischem Recht ist das Priesteramt nur Männern vorbehalten. Zu den bekanntesten Fällen des Mittelalters gehört der Kirchenbann gegen den Kaiser Heinrich IV., der mit seinem Bußgang nach Canossa im Jahre 1077 die Aufhebung der Strafe von Papst Gregor VII. erreichte.

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