Hintergrund: Die Themen der drei Gipfeltreffen

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Deutsche Presse-Agentur

Drei Gipfel innerhalb von fünf Tagen. Dazu jede Menge erste persönliche Treffen des neuen US-Präsidenten Barack Obama mit ausländischen Staats- und Regierungschefs, darunter Kanzlerin Angela Merkel. Selten haben sich in Europa außenpolitische Großereignisse so geballt wie zum Ende dieser Woche. Ein Überblick über die Treffen und die Themen:

G20 - Mittwoch und Donnerstag in London: Die Staats- und Regierungschefs der größten Wirtschaftsnationen der Welt wollen neue internationale Regeln zur KONTROLLE DER FINANZMÄRKTE verabschieden. Die Finanzkrise soll sich nicht wiederholen. Ein Streit über neue KONJUNKTURPROGRAMME zur Stützung der Weltwirtschaft wird wohl vermieden werden. Die Europäer sehen den Anti-Krisen-Kurs von US-Präsident Barack Obama, der zu Hause eine gigantische Rekordverschuldung in Kauf nimmt, dennoch kritisch. Eine Ausnahme macht allenfalls der Brite Gordon Brown. Schwellenländer wie China - auch sie sitzen in London mit am Tisch - stellen bereits die Dominanz der USA in der Weltwirtschaft in Frage.

TREFFEN MERKEL/OBAMA - Freitagnachmittag in Baden-Baden: Obama reist erstmals im neuen Amt nach Europa. Merkel empfängt ihn bei der Gelegenheit im historischen Kurort zu einem kurzem Gespräch. Dabei wird es um OPEL gehen, aber auch um die Konflikte, die auf den Gipfeln nicht behandelt werden: Die Lage im NAHEN OSTEN zum Beispiel, aber auch den ATOMSTREIT MIT DEM IRAN. Über einen Mangel an Begegnungen wird sich Obama nicht beklagen können. Schon in London wird er Russlands Präsident Dmitri Medwedew sehen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will ihn am Freitagvormittag in Straßburg begrüßen.

NATO - Freitagabend bis Samstag in Baden-Baden, Kehl und Straßburg: Auf dem Jubiläumsgipfel, der symbolisch auf dem Territorium der beiden früheren „Erzfeinde“ Deutschland und Frankreich begangen wird, wollen die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder auf die 60 JAHRE des Militärbündnisses zurückblicken. Frankreich wird bei der Gelegenheit offiziell in die Kommandostruktur der NATO zurückkehren. Dann soll der Blick nach vorn gerichtet werden: Die neue NATO-STRATEGIE und der Einsatz in AFGHANISTAN stehen auf der Tagesordnung. Nachdem Obama aber ein Konzept vorgelegt hat, das auch den Beifall der Europäer findet, dürfte es keine großen Differenzen geben. Konkretere Forderungen der USA werden auf dem Gipfel jedenfalls nicht erwartet.

EU-USA - Sonntag in Prag: Einmal pro Jahr trifft sich die US-Regierung mit der EU-Spitze, die zuletzt jedoch nur durch die jeweilige EU-Ratspräsidentschaft und den EU-Kommissionspräsidenten vertreten wurde. Diesmal reisen aber alle 27 EU-Staats- und Regierungschefs an. Die meisten haben Obama zwar schon beim NATO-Meeting gesehen. Aber doppelt hält besser. Die Themen: Stand der Partnerschaft zwischen EU und USA, der Klimaschutz und die regionalen Konflikte am Rande Europas.

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