Hintergrund: Die Sanierungspläne von GM und Chrysler

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Deutsche Presse-Agentur

In ihrem Überlebenskampf setzen die US-Autobauer General Motors (GM) und Chrysler auf neue Notkredite und massive Einschnitte. Die wichtigsten Punkte der Sanierungspläne:

- Staatshilfen: GM will bis zu 30 Milliarden Dollar, schon ausgezahlt sind davon 13,4 Milliarden Dollar. Weitere 6 Milliarden Dollar erbittet GM international - unter anderem in Deutschland. Chrysler fordert 9 Milliarden Dollar und bekam davon bisher 4 Milliarden Dollar. Hinzu kommen bei beiden bislang 7,5 Milliarden Dollar für mit den Konzernen verbundenen Auto-Finanzierer.

- Stellenabbau: GM will weltweit im laufenden Jahr 47 000 weitere Jobs streichen, rund 26 000 davon außerhalb der USA. Der Konzern schrumpft damit auf rund 200 000 Beschäftigte. Bei Chrysler fallen nochmals 3000 Jobs weg auf deutlich unter 50 000.

- Töchter und Marken: GM prüft bei Opel alle Optionen und lässt die Zukunft der Tochter bisher völlig offen. Neue Einsparungen werden verhandelt. Für die schwedische Tochter Saab findet GM bisher keinen Käufer. Die US- Marken Hummer und Saturn stehen auf der Streichliste.

- Werksschließungen: Opel-Fabriken sind bedroht, konkrete Aussagen von GM dazu sind Fehlanzeige. In den USA fallen weitere fünf Werke weg. Chrysler senkt die Produktion um nochmals 100 000 Autos pro Jahr. Drei Modelle werden eingestellt.

- Zeitplan: Die US-Regierung will die Pläne über die nächsten Tage hinweg prüfen. Bis spätestens 31. März müssen die Autobauer ihre Überlebensfähigkeit konkret beweisen, um weiteres Geld zu bekommen. GM will in zwei Jahren die Verlustzone verlassen. Beide Hersteller wollen die Kredite ab 2012 komplett zurückzahlen.

- Insolvenz: Beide Konzerne halten eine in den USA mögliche Sanierung über eine geordnete Insolvenz mit Gläubigerschutz für den falschen und noch teureren Weg. GM warnt vor Kosten von bis zu 100 Milliarden Dollar, Chrysler spricht von rund 25 Milliarden Dollar.

- Gewerkschaft: Mit der Arbeitnehmerseite gibt es eine erste Einigung zu weiteren Zugeständnissen. Der Knackpunkt teurer Gesundheitskosten ist noch ungelöst. Die US-Regierung fordert niedrigere Löhne auf dem Niveau ausländischer Hersteller in den USA.- Gläubiger: Der Schuldenberg muss auf Druck der Regierung drastisch abgebaut werden. Die Gläubiger sollen für Zugeständnisse wie auch die Arbeitnehmerseite Anteile an den Herstellern bekommen. Noch ist keine Einigung bekannt.

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