Hintergrund: Die „Berliner Reden“ der Präsidenten

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Deutsche Presse-Agentur

Bundespräsident Horst Köhler hat am Dienstag seine vierte „Berliner Rede“ gehalten. Als Thema wählte er die wirtschaftliche Lage und die Gestaltungsaufgaben für Deutschland und seine Partner.

Die Tradition der „Berliner Rede“ begründete am 26. April 1997 der damalige Bundespräsident Roman Herzog. Herzog forderte die Deutschen auf, einen „Ruck“ durch das Land gehen zu lassen. Historischer Anlass der von der Hauptstadt-Marketing-Gesellschaft „Partner für Berlin“ initiierten Rede ist der 27. April 1920, als auf Beschluss der preußischen Landesversammlung Groß-Berlin entstand. In den folgenden Jahren kamen auch prominente Gastredner zu Wort, so 1998 Finnlands Präsident Martti Ahtisaari und 1999 UN-Generalsekretär Kofi Annan.

Die Bundespräsidenten Johannes Rau und Horst Köhler setzten die Reihe fort. Sie griffen jedes Jahr ein aktuelles Thema auf und wählten für den Auftritt Orte mit Bezug zum Inhalt ihrer Rede:

2000: Seine erste „Berliner Rede“ am 12. Mai 2000 widmete Rau im „Haus der Kulturen der Welt“ dem Zusammenleben von Deutschen und Ausländern: „Ohne Angst und Träumereien - Gemeinsam in Deutschland leben“.

2001: In der Berliner Staatsbibliothek setzte sich Rau unter der Überschrift „Wird alles gut? Für einen Fortschritt nach menschlichem Maß“ mit der Bio- und Gentechnologie auseinander.

2002: Im Museum für Kommunikation sprach Rau zu „Chance, nicht Schicksal - die Globalisierung politisch gestalten“ und prangerte die wachsende soziale Ungleichheit an.

2003: Im Maxim Gorki Theaters widmete sich Rau unter dem Titel „Gemeinsam handeln - Deutschlands Verantwortung in der Welt“ den Akteuren der Weltpolitik.

2004: In seiner letzten „Berliner Rede“ befasste sich Rau mit der Glaubwürdigkeitskrise in Politik und Gesellschaft. Als Ort seiner Rede „Vertrauen in Deutschland ­ Eine Ermutigung“ wählte er erstmals seinen Amtssitz Schloss Bellevue.

2006: Nachdem die „Berliner Rede“ 2005 wegen zahlreicher Gedenkveranstaltungen ausgefallen war, sprach Rau-Nachfolger Horst Köhler an einer Hauptschule im Problemkiez Neukölln über die Bildungssituation in Deutschland.

2007: Zu „Arbeit, Bildung, Integration“ stellte Köhler die Probleme und Chancen der Globalisierung in den Mittelpunkt. Als Ort wählte er ein Industriedenkmal, das heute ein Kulturzentrum ist.

2008: „Arbeit, Bildung, Integration“ - unter dieser Überschrift rief Köhler von seinem Amtssitz aus die Deutschen zu weiteren Reformen und zur Modernisierung des Landes auf.

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