Hintergrund: Datenschutzaffären in Firmen

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Deutsche Presse-Agentur

Datenschutzaffären in Unternehmen haben in den vergangenen Monaten wiederholt für Aufsehen gesorgt. In einigen Fällen wurden Mitarbeiter ausgeforscht, bei anderen Firmen ging es um Kundendaten. Einige spektakuläre Fälle:

13. Dezember 2008: Bei der Landesbank Berlin wurden nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ die Kreditkarten-Daten von zehntausenden Kunden ausgespäht. Dem Blatt wurden anonym detaillierte Abrechnungen von Kreditkarten mit Adresse, Kontonummer und Überweisungsdaten zugespielt.

11. Dezember: In der Telekom-Spitzelaffäre wird ein erster Hauptverdächtiger verhaftet. Insgesamt wird gegen acht Personen ermittelt. Es geht um den Abgleich von Verbindungsdaten, um Kontakte zwischen Telekommitarbeitern und Journalisten auszuspähen. Die Telekom wollte 2005 und 2006 mit der Überprüfung undichte Stellen im Konzern schließen, um die Weitergabe vertraulicher Informationen zu unterbinden. Es waren rund 60 Menschen betroffen.

11. Oktober: Kundendaten der Deutschen Telekom konnten ohne großen Aufwand gelesen und verändert werden. Erforderlich waren laut „Spiegel“ nur wenige Angaben zum Benutzer und ein einfaches Passwort. „Spiegel“-Redakteure konnten sich in das aktuelle Kundensystem von T-Mobile einloggen und zum Beispiel Bankverbindungen ändern.

28. Juli: Der heutige Mutterkonzern Talanx entschuldigt sich für das Bespitzeln von Mitarbeitern beim inzwischen übernommenen Kölner Versicherer Gerling im Jahr 2004. Das Unternehmen hatte zehn Tage lang Verbindungsdaten dienstlicher Telefonate mehrerer Mitarbeiter ausgewertet, um Presseinformanten zu entdecken.

9. Juni: Im Prozess um den milliardenschweren Schmiergeld-Skandal bei Siemens bestätigt der angeklagte Ex-Manager auch die jahrelange Bespitzelung von Betriebsräten. Er sei von einem damaligen Personalmanager mit der Bezahlung von Detektiven für die Überwachungsaktion beauftragt worden.

26. März: Medien berichten über einen Bespitzelungsskandal beim Lebensmitteldiscounter Lidl. Detektive im Auftrag des Unternehmens belauschen private Telefongespräche und registrieren mit Überwachungskameras unter anderem, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen. Lidl entschuldigt sich danach bei Kunden und 48 000 Mitarbeitern. Datenschützer verschiedener Bundesländer verlangen später 1,5 Millionen Euro Bußgeld.

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