Hintergrund: Das Zweite Vatikanische Konzil

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Deutsche Presse-Agentur

Das Zweite Vatikanische Konzil (Vaticanum II) hat mit einer Reihe von Reformen Kirchengeschichte gemacht.

Vom Oktober 1962 bis Dezember 1965 haben in mehreren Sitzungsperioden insgesamt 2498 Kardinäle, Bischöfe, Ordensobere und andere katholische Würdenträger an der bis dahin größten „Generalversammlung“ der Kirchengeschichte teilgenommen. Der bereits schwer kranke Papst Johannes XXIII. hatte das Konzil einberufen, um die katholische Kirche zu modernisieren und der sich wandelnden Zeit anzupassen.

Insgesamt verabschiedeten die in Rom versammelten Konzilsväter aus aller Welt 16 Dokumente, darunter die Erklärung zur Religionsfreiheit „Dignitis humanae“ und die Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra aetate“. Zu den wichtigsten Ergebnissen des Konzils, das Papst Paul VI. nach dem Tod von Johannes XXIII. im Jahr 1963 weiterführte, gehörte auch eine Reform der Liturgie. Sie ersetzte die traditionelle lateinische Sprache der Messe weitgehend durch die Landessprache.

Solchen Liberalisierungen widersetzten sich bald Traditionalisten wie der französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991). Dieser gründete 1970 die erzkonservative Priesterbruderschaft Pius X., die eine Rückkehr zum tridentinischen Ritus mit lateinischer Messe fordert.

Das Konzil wertete auch die Rolle der Laien in der Kirche auf. Das Diakonat, die unterste Stufe des Klerus, steht seitdem auch verheirateten Männern offen. Das Verhältnis zu anderen christlichen Konfessionen und anderen Religionen wurde neu bestimmt. Liberale Katholiken, wie etwa der Schweizer Theologe Hans Küng, kritisierten, der mit dem Konzil vor mehr als vier Jahrzehnten in Angriff genommene Reformprozess sei im Ansatz steckengeblieben.

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