Hintergrund: Abu Dhabi plant langfristig

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Deutsche Presse-Agentur

Das sei die Grundlage jedes Investments der staatlichen International Petroleum Investment Company (IPIC), sagte der IPIC-Geschäftsführer Khadem Al Qubaisi am Sonntagabend der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. IPIC war am Sonntag über die in Abu Dhabi gelistete Investmentfirma Aabar mit 9,1 Prozent beim DAX -Konzern eingestiegen.

Mit dem Automobilhersteller wolle man eine langfristige Partnerschaft entwickeln, so der Manager, der auch der Investmentfirma Aabar vorsitzt. Genaue Projekte müssten nun sondiert werden. Der Mitteilung zufolge soll ein Ausbildungszentrum für junge Ingenieure in Abu Dhabi gegründet werden. Zudem sollen die fast zwei Milliarden Euro, die Aabar Daimler zuschießt, der Entwicklung von Elektrofahrzeugen sowie neuen Verbundwerkstoffen dienen. Die Elektrostrategie gehöre zur allgemeinen Umweltstrategie des Emirats, erläuterte Al Qubaisi. Man sehe sich in allen Bereichen der Förderung „sauberer“ Energie verpflichtet.

Einfluss auf die Unternehmensstrategie von Daimler will IPIC nicht nehmen. „Das Management macht einen hervorragenden Job, wir wollen von ihnen lernen und werden uns aus dem Tagesgeschäft heraushalten.“ Aabar war am Sonntag über eine zehnprozentige Kapitalerhöhung bei Daimler eingestiegen.

Die Scheichs zahlen mit 20,27 Euro je Aktie rund fünf Prozent weniger als der Schlusskurs vom Freitag. Der Preisnachlass habe jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle bei der Entscheidung gespielt, so Al Qubaisi. Neben dem Management lobte der Manager auch den Daimler-Fahrzeuge. „Das sind die besten Autos der Welt.“

Über die Investitionen bei Daimler und MAN - dort hat IPIC 70 Prozent der Dienstleistungssparte Ferrostaal übernommen - wolle man zudem die Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland festigen. Befürchtungen, deutsches Know-how könnte an den Golf abgezogen werden, trat der Manager entschieden entgegen. „Wir planen so etwas in keinster Weise. Ganz im Gegenteil: Wir brauchen die deutsche Technologie, um uns zukunftsfähig zu machen.“

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