Schwäbische Zeitung

Gründungsdatum 25. Juli 1892 Anschrift Hanns-Braun-Staße Friesenhaus 2 14053 Berlin Stadion Olympiastadion (74 220 Plätze) Vereinsfarben blau-weiß Vereinspräsident Werner Gegenbauer Trainer Lucien Favre (seit 1. Juni 2007) Mitglieder 14 502 Größte Erfolge Deutscher Meister 1930, 1931 DFB-Pokal Finalist 1977, 1979, 1993 UEFA-Pokal Halbfinale 1979 Internet www.herthabsc.de

Hertha BSC Berlin ist neben Herbstmeister Hoffenheim die Überraschung der Hinrunde. Die Hertha-Fans feierten die beste Bundesliga-Hinrunde, doch Trainer, Manager und Spieler traten nach dem Vereinsrekord (Platz drei und 33 Punkte) sofort als Mahner auf. Ähnlich stark waren sie zuletzt 1974, als am Ende die Vize-Meisterschaft gefeiert werden durfte. „Das freut uns alle. Die Wenigsten hatten uns auf auf der Rechnung“, sagte Kapitän Arne Friedrich, warnte aber sofort: „Wir dürfen auf keinen Fall den Fehler machen und denken, dass das jetzt so weitergeht. Es waren einige Spiele dabei, wo wir nicht gewusst haben, wie wir sie gewonnen haben.“ Manager Dieter Hoeneß stellte bei aller Freude über die bisher starke Teamleistung fest: „Es gibt keine europäischen Plätze für die Hinrunde.“

Herthas Trainer Favre spürte vor Saisonbeginn: Fußball-Berlin will wieder ran - zumindest an die nationale Spitze; eine Graue-Maus-Saison wie zuletzt möchte niemand mehr. Auch Präsident Werner Gegenbauer sorgte sich um das Image des Hauptstadt-Clubs. „Wir müssen die grundsätzliche Begeisterung in Berlin für die Mannschaft steigern“, erklärte Gegenbauer sein Problem. „Wir müssen künftig im oberen Drittel mitspielen. Mit Platz neun bis 13 schreibt Hertha keine Geschichte.“

Der federführende Schritt soll nun der neu formierten Zuckerhut-Fraktion gelingen. Fünf Brasilianer stehen im aktuellen Kader. Als letzter Baustein wurde Cicero als 800 000-Euro-Leihgabe von Fluminense Rio de Janeiro an die Spree geholt. Cicero, der als Verteidiger, im Mittelfeld und sogar im Angriff eingesetzt werden kann, passt genau ins Anforderungs-Profil von Favre. „Er ist sehr polyvalent“, erklärte der Schweizer - und genau das ist einer der Hauptansprüche des Chefcoachs an alle seine Profis.

Die diesjährigen Verpflichtungen aus Südamerika neben Cicero heißen Kaka und Rodnei. Insgesamt knapp drei Millionen Euro haben sie gekostet. Favres Lieblingsspieler Raffael war schon Anfang 2008 vom FC Zürich gekommen. Lucio steht in der Rückrunde nach einer schweren Knieverletzung wieder zur Verfügung. Bereits vor der Saison hatte Favre die Torwartdebatte früh für beendet erklärt. „Jaroslav Drobny bleibt die Nummer 1“, sprach er ein Machtwort. Mit Erfolg: Der Tscheche war einer der besten Keeper der Hinrunde.

Zur Wandlung von der grauen Maus zum schillernden Bundesliga-Protagonisten passt auch der Schritt hin zu modernen Trainingsmethoden. Als erster Club in der DFL bereitet sich Hertha in einem eigenen Höhentrainings-Zentrum vor. In zwei Räumen auf dem Hertha Trainingsgelände können genau die Bedingungen simuliert werden, die in Höhen bis zu 4500 Meter herrschen. „Viele Spiele sind sehr eng, das gilt auch für die Bundesliga. Da wollen wir auch die berühmten drei bis vier Prozent herausholen, die entscheiden können“, begründete Manager Hoeneß das Liga-Novum.

Das Aufgebot:

Tor: 1* Jaroslav Drobny, 12 Christian Fiedler, 30 Christopher Gäng, 40 Sascha Burchert

Abwehr: 2 Kaká, 3 Arne Friedrich, 4 Steve von Bergen, 5 Sofian Chahed, 13 Marc Stein, 14 Josip Simunic, 15 Rodnei, 35 Shervin Radjabali-Fardi

Mittelfeld: 7 Cicero, 8 Pal Dardai, 16 Lucio, 17 Bryan Arguez, 20 Patrick Ebert, 25 Maximilian Nicu, 28 Fabian Lustenberger, 29 Sascha Bigalke, 36 Lennart Hartmann, 38 Ibrahima Traore, 39 Florian Riedel, 44 Gojko Kacar

Angriff: 9 Marko Pantelic, 10 Raffael, 11 Andrey Voronin, 23 Waleri Domowtschijski, 26 Lukasz Piszczek, 27 Mohamed Amine Chermiti

* Zahl ist jeweils die Rückennummer

(Stand: Dezember 2008)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen