Hertha beendet „Heimfluch“ und besiegt Stuttgart

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Deutsche Presse-Agentur

Auch ohne den suspendierten Torjäger Marko Pantelic hat Hertha BSC den „Heimfluch“ besiegt und mit 2:1 (1:0) gegen den VfB Stuttgart den ersten Saisonsieg im Olympiastadion eingefahren.

Matchwinner war der zuvor eingewechselte Gojko Kacar, der mit seinem Treffer drei Minuten vor dem Ende seinen serbischen Landsmann als Torschütze vertrat. Zuvor hatte Maximilian Nicu Hertha in Führung gebracht (30.), Cacau nach der Pause ausgeglichen (50.). Die Herthaner tankten damit Mut für das UEFA-Cup-Spiel gegen Benfica Lissabon und erbrachten erstmals seit 2005 den Beweis, dass sie auch ohne Pantelic gewinnen können.

Für den VfB, der vor dem Spiel von der Tabellenführung träumen durfte, setzt sich die Berlin-Misere fort: Seit nunmehr 17 Jahren haben die Schwaben in der Hauptstadt nicht mehr gewonnen. „Berlin ist immer eine Reise wert, leider nur privat. Wir haben gut gespielt, sind aber nicht belohnt worden“, bedauerte VfB-Coach Armin Veh. „Das war ausschließlich Glück für den Gegner und Pech für uns. Ich habe nichts zu kritisieren an unserem Spiel“, sagte Nationalspieler Thomas Hitzlsperger.

Das Abtasten beider Teams, die verletzungsbedingt gehandicapt antraten, dauerte vor 42 336 Zuschauern ungewöhnlich lange. So registrierten die Berliner Fans erst in der 24. Minute den ersten Torschuss ihrer Mannschaft durch Pal Dardai, der in der Anfangsformation noch den Vorzug vor dem wieder genesenen Kacar erhalten hatte. Die Stuttgarter dominierten das Mittelfeld, doch ihr gefällig anzusehendes Kombinationsspiel endete stets vor dem Strafraum oder in der vielbeinigen Hertha-Abwehr.

Aus heiterem Himmel fiel nach einer halben Stunde die Führung der Berliner, als Kapitän Arne Friedrich vor dem eigenen Strafraum einen Pass in den freien Raum schlug. Als die Stuttgarter Abwehr noch Abseits reklamierte, erlief sich Raffael den Ball, passte auf Nicu, der sich die Chance aus Nahdistanz nicht entgehen ließ und seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte. Zuvor hatten die Berliner mit der einzigen Spitze Andrej Woronin, der nach seinem Nasenbeinbruch mit einer Maske spielte, keine ernsthafte Chance herausarbeiten können. „Wir sind ruhig geblieben, das war das Rezept für den Erfolg. Endlich ein Heimsieg nach drei erfolglosen Versuchen - das stimmt mich froh“, meinte Hertha-Trainer Lucien Favre.

Gleich zum Auftakt der zweiten Hälfte wurden die Gäste für ihre Offensiv-Bemühungen belohnt: Eine Ecke von Pavel Pardo verlängerte Mario Gomez mit dem Kopf auf Cacau, der am zweiten Pfosten stehend den Ball nur noch einschieben musste (50.). Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny war an seinem 29. Geburtstag machtlos. Neun Minuten vor Spielende hatte der Tscheche beim Pfostenknaller von Gomez (81.) allerdings das Glück auf seiner Seite. Als sich alle schon auf eine Punkteteilung eingestellt hatten, sorgte Kacar mit einem schönen Alleingang nach Pass von Nicu für die Erlösung im Olympiastadion, womit Hertha in der Tabelle auf Platz vier am Rivalen vorbeizog.

Pantelic, der schon 40 Tore für die Hertha erzielt hatte, war von Trainer Favre für das Spiel suspendiert worden, weil er dem Training am Donnerstag unentschuldigt ferngeblieben war. Der Serbe hatte sich nach seiner Rückkehr vom Länderspiel (3:1 in Österreich) zur Reha begeben, ohne dies vorher mit dem Trainer oder Manager Dieter Hoeneß besprochen zu haben.

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