Helgoland ist auch im Winter ein schönes Reiseziel

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Deutsche Presse-Agentur

Das Kegelrobbenbaby wehrt sich gegen Rolf Blädels Versuch, eine Markierung an der Schwanzflosse zu befestigen. Am Ende macht sich das kleine Raubtier im weißen Pelz doch mit der grünen Nummer davon.

Blädel, Polizist im Ruhestand, kümmert sich um Seehunde und Kegelrobben, die auf Helgolands Düne kommen. Im Winter ist das kleine Eiland in Sichtweite des hoch aufragenden Helgoländer Buntsandsteinfelsens die Kinderstube für Deutschlands größte Raubtiere.

Kegelrobbenbullen werden mehr als 300 Kilogramm schwer. Weil die Tiere Menschen nicht als Gefahr kennen, lassen sie Neugierige dicht an sich heran. „Das wird wieder ein Rekordjahr“, sagt Blädel. Bis kurz vor Weihnachten waren es bereits fast 60 Jungtiere. Beinahe täglich führt er in diesen Wochen Besuchergruppen zu den besten Plätzen für das „Kegelrobben-Watching“ auf der Hochseeinsel. Auf die Kegelrobben setzt Tourismusdirektor Klaus Furtmeier große Hoffnungen. Der Winter soll ein starkes Standbein für den Tourismus auf Helgoland werden, weil es mit den Gästezahlen im Sommer bergab geht.

Von weit her reisen inzwischen Naturfreunde an, die mit Kamera, Stativ und dicken Teleobjektiven bewaffnet auf Robbenjagd gehen. Die Reise nach Helgoland, mehr als 50 Kilometer vor der Küste, ist einfach - und doch nicht jedermanns Sache. Einfach, weil es neben dem Flugzeug im Winter nur eine einzige Möglichkeit gibt. Um 10.30 Uhr geht es in Cuxhaven los. Das robuste Schiff „Funny Girl“ rollt, stampft, schaukelt und trennt seine Fahrgäste in zwei Gruppen: Die einen mögen es, den anderen wird schlecht.

Camill Marca aus Luxemburg reist seit mehr als 20 Jahren nach Helgoland. „Ich komme immer im Winter. Wenn man jetzt kommt, ist es fantastisch.“ Die Luft ist es, die Marca jedes Jahr wieder für mindestens vier Tage anzieht. „Ich habe hier schon viele richtige Stürme erlebt, man weht fast weg.“ Wer ein Stück Helgoland mit nach Hause nehmen möchte, wird bei Lilo Tadday fündig. Die Fotografin öffnet ihr Atelier in einer der Hummerbuden bei Nachfrage auch im Winter. Auf wenigen Quadratmetern finden sich dort die schönsten Fleckchen Helgoland auf Fotos. Die Künstlerin liebt diese Jahreszeit auf der Insel: „Mir ist noch kein Winter zu lang geworden.“

Detlev Rickmers betreibt an der Kurpromenade das Hotel „Insulaner“. Gerade hat er sein Vier-Sterne-Haus mit Millionenaufwand erweitert und einen Wellness-Bereich mit Sauna und Spa geschaffen, da denkt er bereits über die nächsten Investitionen nach. „Ich musste mich entscheiden“, erzählt der Hotelier: Entweder nur auf den Sommer setzen, verkaufen oder richtig investieren. Rickmers glaubt an den Wandel - weg vom schwindenden Tagestourismus, hin zu Erholung und Naturerlebnissen. Der Gesundheitstrend eröffnet Helgoland neue Zukunftsperspektiven, ist der Hotelier sicher.

Hochfliegende Pläne werden in der Gemeinde diskutiert, ob Land zwischen Düne und Felseninsel aufgespült oder ob die am Ende des Zweiten Weltkriegs weggesprengte Südspitze mit Hotel und Geschäften wieder aufgebaut werden soll. „Eines von beidem muss kommen“, sagt Rickmers.

Nach einer Umrundung des Oberlandes mit Ausblicken auf den Lummenfelsen und das Wahrzeichen Lange Anna kommt manchem Winterurlauber das neue Freizeitbad gerade recht. Aus einem alten Meerwasserbad wurde das „Mare Frisicum Spa Helgoland“. Jeder Gast hat viel Platz, sich im warmen Meerwasser im Freien oder in der Halle zu tummeln, sich auf dem Oberdeck im Whirlpool mit Blick auf die Nordsee zu entspannen oder in der Sauna zu schwitzen.

Informationen: Kurverwaltung Helgoland, Lung Wai 28, 27498 Helgoland, Telefon: 0180/564 37 37 für 14 Cent pro Minute

Informationen zu Helgoland: www.helgoland.de

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