Heilmanns lachende Gesichter sprechen Betrachter an

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Die Wangenerin Elisa Heilmann zeigt in diesen Tagen in der Bücherei im Kornhaus in Wangen eine rührende und berührende Ausstellung. Sie hat Menschen mit Behinderung auf scharz-weiß-Bilder gebannt. Fast lauter lachende fröhliche Bilder. Am Freitag war Eröffnung.

Elisa Heilmann arbeitet in Weingarten im Körperbehindertenzentrum Oberschwaben. Sie kennt die Behinderten. Sie weiß um sie, und sie genießt ihr Vertrauen. So überrascht es nicht, wenn die Menschen auf den Bildern den Betrachter offen anstrahlen oder vielleicht auch mal eher schalkhaft lächeln. Dieses Lächeln ist so ganz anders als das, was laienhafte Familienporträt in Fotoalben zeigen, wie Laudator Hajo Fickus anmerkte. „Eine merkwürdige Spontaneität geht von ihnen aus“, sagte Fickus. „Und das, obwohl die Porträtierten wissen, dass die fotografiert werden.“ Für ein großes Vertrauen und große Zuneigung zwischen Fotografin und den Menschen, die sie vor die Linse holte, spreche das. “Das gefällt mir“, befand Fickus. Und noch viel mehr gefiel ihm – beispielsweise die Fröhlichkeit, die aus den Gesichtern leuchtet. „Das Betrachten von fröhlichen Menschen kann einen fröhlich machen – das gefällt mir.“ Oder die Tatsache, dass Elisa Heilmann nicht den Voyeurismus befriedigt, sondern ihrem jeweiligen Gegenüber die Würde lässt. „Der andere wird nicht auf seine Defizite und Gebrechen reduziert.“ Für Kommunikation sorgten an diesem Abend nicht nur die schönen Fotos. Auch die Musiker waren Thema der Gespräche. Anders als sonst oft bei ähnlichen Veranstaltungen, wenn Musik als schmückendes Beiwerk gehört, höflich beklatscht und vergessen wird, haben sich die drei Jazzer mit dem Namen „Jazz Spirit“ aus der Region Wangen ins Gedächtnis eingegraben. Mit Gong, Hang, Didgeridoo, Shrutibox, aber auch Trompete, Saxophon oder Klavier gaben sie dem Abend eine ganz unverwechselbare Note. Die Improvisationen von Klängen während des offiziellen Teils überraschten und gingen im Wortsinn tief unter die Haut. Dass sie auch anders, nämlich jazzig können, zeigten André Müller, Kuno Seebaß und Michael Fließ später als Begleitmusik zu guten Gesprächen. Wobei mancher Vernissagebesucher weniger sprach und noch mehr lauschte.

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