Heil nennt Glos-Rücktritt Symptom für Unionskrise

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Deutsche Presse-Agentur

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil hat die CSU-Querelen um den Rücktritt von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) als „würdeloses Spiel“ bezeichnet. „Ich halte das für ein Symptom einer Unionskrise. Frau Merkel hat CDU und CSU programmatisch in den Nebel geführt“, kritisierte Heil im Deutschlandfunk.

Den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer bezeichnete Heil als Unsicherheitsfaktor. Seehofer gehe es nicht darum, die große Koalition zum Erfolg zu führen, sondern darum, sich und seine Partei zu profilieren. „Und es ist an Frau Merkel, dort auch mal Tacheles zu reden. (...) Sie ist aufgerufen, Seehofer in den Griff bekommen“, appellierte Heil.

Der SPD-Politiker kritisierte zudem, dass die CSU bei der Nachfolgefrage für Glos die Form nicht achte. Die CSU könne zwar einen Kandidaten benennen, die Berufung müsse aber anders erfolgen. „Es ist ja nicht so, dass Parteien Minister berufen“, betonte Heil.

Nach dpa-Informationen aus Unionskreisen soll CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg Nachfolger von Glos werden. Als neuer Generalsekretär ist demnach der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt vorgesehen. Offiziell will Parteichef Horst Seehofer seine Entscheidung am Vormittag bekanntgeben.

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