Haus mit Garten gekauft: Pläne schrittweise umsetzen

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Deutsche Presse-Agentur

Neue Türen, eine neue Küche und vielleicht ein Durchbruch zwischen Wohn- und Esszimmer: Wer eine Bestandsimmobilie erwirbt, macht sich in der Regel schon vorher Gedanken darüber, was er wie verändern möchte - und was es kostet.

„Der Garten wird bei diesen Überlegungen meist viel zu spät berücksichtigt“, sagt jedoch Jürgen Oppers vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten in Ratingen bei Düsseldorf. Dabei ist meist auch im Garten einiges zu tun, bis er den eigenen Vorstellungen entspricht.

„Wie soll der Garten genutzt werden? Was bedeutet für mich ein schöner Garten? In welchem Stil soll er gestaltet sein?“, zählt Jutta Korz, Gartenbautechnikerin und Fachbuchautorin aus der Nähe von Nürnberg grundsätzliche Planungsfragen auf. Dann ist eine umfassende Bestandsaufnahme angesagt. Das ist für Hobbygärtner nicht einfach - schon gar nicht in einer Jahreszeit, da die meisten Stauden eingezogen und viele Gehölze blattlos sind.

Hilfe vom Profi ist - wie so oft - die komfortabelste Lösung. „Eine Möglichkeit ist, mit einem Landschaftsingenieur oder -architekten oder auch mit einem Landschaftsgärtner einen Termin für eine Gartenbesichtigung zu vereinbaren“, sagt Oppers. Zum einen kennt der Fachmann weit mehr Pflanzen als der Laie. Zum anderen kann er auch im winterlichen Garten auf Probleme wie schattige oder zugige Ecken aufmerksam machen.

Wer mit der Gartenplanung hinterher hinkt, hat dann meist nicht mehr gleich das Budget für umfangreiche Neuanlagen. Das hat allerdings auch einen großen Vorteil: Man kann den Garten in aller Ruhe in allen Vegetationsperioden beobachten und erleben.

„Vieles entwickelt sich erst mit der Gewohnheit“, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. „Das gilt zum Beispiel für Wegführungen. Oder für die Bestimmung des perfekten Sitzplatzes im Garten.“ Diese „Infrastruktur“ steht als nächstes auf dem Programm. „Hierzu zählen die Auswahl von Pflastermaterial und die Festlegung der Wege und befestigten Plätze, die Bewässerung, aber auch ein Beleuchtungskonzept.“

Für einige dieser Arbeiten müssen schwere Geräte hinzugezogen werden. Beschädigungen von Pflanzen lassen sich oft nicht vermeiden. Auch deshalb kommen die Pflanzen erst zum Schluss. „Eine sinnvolle Vorgehensweise ist, sich die Gewächse nach ihrer Höhe vorzunehmen - zunächst die hohen Gehölze, ganz zum Schluss kleine Stauden“, rät Gartenbauingenieurin Korz.

„In ganz vielen kleinen Gärten werden Kirschlorbeer, Forsythie oder Weigelien gepflanzt. Natürlich sind sie vergleichsweise preisgünstig, doch sie wachsen auch sehr schnell: Nach zehn Jahren hat man daran keine Freude mehr“, warnt Oppers. Wenn es darum geht, größere Lücken zu füllen, schlägt er deshalb ein Zwei-Phasen-Konzept vor: „An der Grundstücksgrenze werden langsam wüchsige Sträucher gepflanzt, in den Vordergrund dann als Blickfang für die ersten Jahre eine Forsythie.“

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