Harter Frost macht Insekten nicht zu schaffen

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Deutsche Presse-Agentur

Wer angesichts der derzeitigen Rekord-Minusgrade auf weniger Mücken, Wespen oder Maikäfer im Sommer hofft, hat nach Ansicht von Experten keinen Grund dazu.

„Diese tiefen Temperaturen bereiten den wenigsten Insektenarten Probleme“, sagt der Landschaftsökologe Matthias Kaiser vom nordrhein-westfälischen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Recklinghausen. So graben sich etwa Maikäfer tief genug in den Boden ein, um nicht einzufrieren. Mückeneier überleben im Schlamm auf dem Gewässerboden, solange dort das Wasser nicht gefriert. Wespenköniginnen suchen sich geschützte Verstecke zum Beispiel hinter Baumrinden - und bauen dann im Frühjahr wieder neue Völker auf.

Einige Schmetterlingsarten überstehen den harten Frost als fertiges Insekt. „Der Zitronenfalter sitzt gerade geschützt in irgendwelchen Gehölzen. Sobald es im Frühjahr dann wärmer wird und die ersten Blüten kommen, ist er wieder da.“ Andere Arten überdauern als Eier, Puppen oder Raupen. Und auch der ostasiatische Marienkäfer, der sich im vergangenen Herbst durch massenhaftes Auftreten bekanntmachte, bleibt. „Er kommt durch ein körpereigenes 'Frostschutzmittel' mit der Kälte gut zurecht.“

Entscheidend für die Entwicklung im Sommer seien vielmehr die Bedingungen im Frühjahr. So mache etwa ein warmer, trockener April den Mücken zu schaffen. Ein lang anhaltender Winter wiederum bereite Wildbienen Probleme, die nach der Winterpause dringend Blütennektar bräuchten.

Richtig zu kämpfen mit der Kälte habe derzeit allerdings der seltene Eisvogel. „Er frisst Fische und ist auf offenes Gewässer angewiesen“, sagte Kaiser. „Wenn die Gewässerränder zufrieren, hat er ein Problem.“ In harten Wintern wurde bereits beobachtet, dass rund die Hälfte der Eisvogel-Population nicht überlebe. „Allerdings baut sich der Bestand relativ schnell wieder auf.“ So könne ein Brutpaar bei zwei bis drei Bruten in einem Jahr eine genügende Anzahl Nachkommen großziehen.

Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV): www.lanuv.nrw.de

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