Hannoveraner bleiben die „Auswärtsschlaffis“

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Deutsche Presse-Agentur

Not gegen Elend - und trotzdem ein sattes 4:0 (2:0) gegen die vom eigenen Trainer Dieter Hecking als „Auswärtsschlaffis“ bezeichneten Profis von Hannover 96.

Die Freude von Eintracht Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel hielt sich nach dem ersten Sieg ohne Gegentor in dieser Saison in Grenzen. „Wir haben heute wahrlich nicht unseren besten Tag gehabt. Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen“, meinte der dienstälteste Coach der Fußball-Bundesliga. Die erschreckend schwachen Punktelieferanten aus Niedersachsen warten weiter auf den ersten Sieg in fremden Stadien und bleiben ein gern gesehener Gast.

Beim Aufeinandertreffen der punkt- und torgleichen Leidensgenossen - beide Teams traten mit dem letzten Aufgebot an - war Nikos Liberopoulos der herausragende Akteur. Der griechische Nationalspieler erzielte seine Saisontore Nummer vier und fünf (25./86. Minute). Er vertrat den verletzten Kapitän und Landsmann Ioannis Amanatidis wieder glänzend. „Wir sind sehr, sehr froh, dass wir diesen Spieler bekommen haben“, sagte Funkel, für dessen Team vor 39 600 Zuschauern zudem Marco Russ (40.) und Martin Fenin (90.+2) trafen. „Nikos steht weit über den anderen Spielern, von seinem Können, seiner Erfahrung her. Aber er lässt sie das nicht spüren.“

Eine schlechte Nachricht kam aus Frankfurt einen Tag nach dem Sieg: Torwart Oka Nikolov muss den Rest der Vorrunde pausieren. Der 34-Jährige hatte sich nach Vereinsangaben gegen 96 einen Sehnenanriss in der rechten Fußsohle zugezogen. Ob Nikolov operiert werden muss, ist noch nicht entschieden. Für ihn stand in der zweiten Halbzeit Markus Pröll zwischen den Pfosten. „An die Verpflichtung eines weiteren Torhüters denken wir nicht, dann mit Jan Zimmermann haben wir ja noch einen talentierten dritten Torwart“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Nikolov ist der derzeit neunte Ausfall der Hessen.

Hannovers einzige Angriffspitze konnte hingegen seine Chance nach dem Ausfall von Mikael Forsell und Jan Schlaudraff nicht nutzen: Mike Hanke, der WM-Teilnehmer von 2006 und 12-fache Nationalspieler, enttäuschte, auch wenn ihn Hecking in Schutz nahm: „Man kann nicht erwarten, dass der Mike zwei, drei Tore schießt und alles ist gut.“ Aber Hannovers immer mehr in Bedrängnis geratene Coach räumte bei seiner Manöverkritik auch ein: „Wenn ich alle an Bord hätte, würde ich sicherlich anders reagieren. Wenn ich jetzt auf die draufhaue, die übrig bleiben...“

Nicht hinnehmen mussten die Frankfurter einen Elfmeter in der Schlussphase. Schiedsrichter Günter Perl nahm seine Entscheidung nach Rücksprache mit Assistent Josef Maier zurück. Da fühlten sich die Hessen an das 2:2 gegen den VfB Stuttgart vor zwei Wochen erinnert, als der Unparteiische Babak Rafati beim späten Ausgleich von Mario Gomez (87.) den Treffer wegen eines angeblichen Foulspiels des Nationalstürmers nicht anerkennen wollte, sich dann aber vom Linienrichter umstimmen ließ.

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