Hanna Fearns brilliert mit reifem „Folk-Noir“

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Hanna Fearns
Mit ihren verhangenen Balladen rührt Hanna Fearns das Herz an. (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Man fühlt sich an große Stimmen des US-Folkrock erinnert, wenn man das zweite Album der Deutschen Hanna Fearns hört. Und was die Sache noch besser macht: Die Qualität ihrer Songs kann da locker mithalten.

„Turn On The Light“ (Jump Up) ist eine der Überraschungen dieses Herbstes. Mehr noch: Eine bessere Platte mit „Folk-Noir“- und Alternative-Country-Tönen aus deutschen Landen hat man seit den Alben von Andrea Schroeder - also seit einigen Jahren - nicht mehr gehört. Diese Berliner Sängerin kommt einem im Zusammenhang mit den reifen dunkel-melodischen Vocals der Hanna Fearns ebenso in den Sinn wie Carla Torgerson (The Walkabouts), Margo Timmins (Cowboy Junkies) oder Lucinda Williams.

Fearns, eine Sängerin, Gitarristin und Pianistin mit deutsch-britischen Wurzeln, schafft es scheinbar mühelos, acht Eigenkompositionen und drei stilsichere Cover-Versionen (Beck, Vic Chesnutt, Big Star) zu einem Werk aus einem Guss zu kombinieren. Dabei helfen ihr hochkarätige Mitstreiter wie Kevin Stringfellow (The Posies), Björn Sonnenberg (Locas In Love), Peter Rubel (International Music) oder Produzent Olaf Opal (The Notwist) - aber im Prinzip ist „Turn On The Light“ ganz klar Hanna Fearns' Veranstaltung.

Mit ihrem Charisma, den atmosphärischen Songs und einem wunderbar warmen, schläfrig-verhangenen Timbre trägt Fearns diese Platte. Vom balladesken Opener „Running Away“ bis zur tollen Big-Star-Adaption „Big Black Car“ - eine erstaunliche Weiterentwicklung nach dem noch deutlich kleinformatigeren Debüt „Sentimental Bones“ (2014).

Website Hanna Fearns

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