Höchste Lawinengefahr in den Alpen

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Deutsche Presse-Agentur

Mehrere Straßen in Österreich mussten gesperrt werden, berichtete die Nachrichtenagentur APA, darunter die Bundesstraße B177 zwischen Tirol und Bayern. Allein in den Salzburger Nordalpen fielen in den vergangenen vier Tagen 1,5 Meter Neuschnee. In Niederösterreich wurde am Dienstag erstmals in diesem Winter der Katastrophenhilfsdienst des Landes eingesetzt. Die Helfer unterstützen die Feuerwehr beim Räumen von Dächern, die unter der massiven Schneelast einzubrechen drohten.

In St. Gallen stürzte das Dach einer Turnhalle ein. Bei dem Unglück in der Schweiz entgingen am Dienstagmorgen mehrere Dutzend Schüler nur knapp einer Katastrophe: 90 Minuten vor Unterrichtsbeginn stürzte das Dach der Turnhalle ein. Um 07.30 Uhr hätte der Turnunterricht für die rund 80 Schüler beginnen sollen. Die 50 Meter lange, 26 Meter breite und 10 Meter hohe Halle war erst 2006 eröffnet worden. Auch wenn die Unglücksursache noch unklar war: Vorsorglich ordneten die Behörden an, den Schnee von allen Hallendächern im Kanton St. Gallen zu räumen. (Bilder vom Unglücksort...)

In einigen bayerischen Skigebieten wie auf der Zugspitze wurden die Pisten in den Hochlagen wegen der hohen Lawinengefahr gesperrt. Dort wurden Lawinen-Sprengungen vorgenommen. „Es ist natürlich schade, wenn ausgerechnet an Fasching das Wetter nicht mitspielt, aber die Sicherheit geht vor“, sagte die Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn, Eva-Maria Greimel. Auf Deutschlands höchstem Berg (2962 Meter) waren in der Nacht 70 Zentimeter Neuschnee gefallen. Auch am Nebelhorn bei Oberstdorf wurden mehrere Lawinen gesprengt.

Die serpentinenreiche Bergstraße zum Spitzingsee in der oberbayerischen Gemeinde Schliersee ist von einer Lawine verschüttet worden. Fahrzeuge seien nicht unter den Schneemassen begraben worden, versicherte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Allerdings waren die Bewohner und Urlauber des Ortsteiles Spitzingsee stundenlang von der Außenwelt abgeschnitten. Die Straße sollte bis zum frühen Abend wieder befahrbar sein, kündigte der Polizeisprecher an.

In den mittleren Lagen des Erzgebirges und Vogtlandes schädigten die Schneemassen die Wälder. Öffentliche Straßen mussten wegen „wie Bogenlampen“ überhängender Baumkronen gesperrt werden, sagte Thomas Rother vom Staatsbetrieb Sachsenforst in Pirna. Unter dem enormen Gewicht nassen Schnees drohten Baumkronen zu brechen.

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