Häufige Fehler: Nicht unbedingt ein Kündigungsgrund

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Deutsche Presse-Agentur

Grobe Fehltritte eines Arbeitnehmers können eine Kündigung zur Folge haben - die Häufigkeit von Fehlern allein ist dagegen nicht unbedingt ein Entlassungsgrund.

Das ergibt sich aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt (Az.: 2 AZR 752/06), auf das der Deutsche Anwaltverein in Berlin hinweist. Demnach ist zu berücksichtigen, dass Fehler je nach Art der Tätigkeit ein sehr unterschiedliches Gewicht haben können. So habe ein einziger Fehler eines Arztes oft sehr gravierende Auswirkungen. Jeder Einzelfall müsse daher individuell betrachtet werden.

In dem Fall erhielt eine Beschäftigte in einem Versandkaufhaus zunächst eine Abmahnung und wurde dann gekündigt, weil ihre Fehlerquote deutlich über dem Durchschnitt lag. Dagegen klagte die Frau - und bekam vor dem Bundesarbeitsgericht recht. Die Fehlerhäufigkeit allein sei kein Kündigungsgrund, urteilten die Richter. Der Arbeitgeber müsse für eine Kündigung vielmehr belegen können, dass das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung durch Fehler des Angestellten stark beeinträchtigt sei.

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