Grippewelle: Towerstars siegen trotz vieler Ausfälle

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Schwäbische Zeitung
Holger Frenzel

Die Towerstars Ravensburg haben gestern Abend trotz der riesigen Personalsorgen in der Partie bei den Eispiraten Crimmitschau einen verdienten 3:1 (1:0,0:1,2:0)-Sieg eingefahren. Towerstars-Trainer Peter Draisaitl musste wegen einer Grippewelle im Team auf Christopher Oravec, Peter Boon, Lukas Slavetinsky, Sebastian Schwarz, Tobias Samendinger, Marco Miller und Torhüter Beppi Mayer verzichten. Mit einem Doppelschlag durch Thomas Pielmeier und Ben Thomson – sie trafen im Schlussdrittel innerhalb von 34 Sekunden – sicherten sich die Gäste drei Punkte. Damit konnte sich der 21-jährige Nachwuchskeeper Nicolai Johansson bei seinem ersten Profi-Einsatz über eine gelungene Premiere freuen. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht. Uns war klar, dass wir in dieser Partie nur mit einer reifen und disziplinierten Mannschaftsleistung bestehen können. Das hat mein Team umgesetzt und nur wenig Chancen zugelassen“, sagte Draisaitl nach dem vierten Sieg in der laufenden Saison gegen den „Lieblingsgegner“ aus Crimmitschau.

Nur zwei Abwehrreihen

Trotz der Personalsorgen – die Towerstars konnten nur 14 Feldspieler aufbieten und agierten mit zwei Verteidigungsformationen – erwischte Ravensburg den besseren Start. In der neunten Minute sorgte Verteidiger Markus Gleich mit einem satten Schuss aus der Halbposition für die Gästeführung. Der Abwehrspieler, der zwischen 2007 und 2009 selbst in Crimmitschau auf dem Eis stand, nutzte dabei die Passivität des Kontrahenten aus. Auf der Gegenseite konnte Nicolai Johansson gleich Selbstvertrauen durch seine Paraden gegen Versuche von André Schietzold (11.) und Mark Kosick (13.) tanken.

Im Mittelabschnitt hätte Ravensburg in Unterzahl gleich zweimal für eine Vorentscheidung sorgen können. Ben Thomson (30.) und Alex Leavitt (31.) scheiterten bei Kontern aber jeweils aus bester Position an Eispiraten-Keeper Tobias Güttner. Das bestraften die Hausherren vor den 1566 Zuschauern sofort: In der 32. Minute hämmerte Doug Andress die Scheibe von der blauen Linie unhaltbar zum Ausgleich in die Maschen. In dieser Situation hatten die Towerstars den einzigen schussgefährlichen Verteidiger der Westsachsen völlig frei stehen gelassen. In der Folgezeit konnte Johansson bei mehreren Chancen der Eispiraten sein Können zeigen. Die Offensivabteilung der Towerstars hätte in der Schlussphase des zweiten Abschnitts für die erneute Führung sorgen können. Frederic Cabana (39.) und Alex Leavitt (40.) vergaben aber ihre Chancen aus besten Positionen. Damit war klar: Das Duell zwischen zwei ersatzgeschwächten Teams – Crimmitschau musste fast ohne Hilfe der Förderlizenzpartner auskommen – entwickelt sich zur Kraftfrage.

Dabei hatte Ravensburg im Schlussdrittel mehr Reserven. In der 53. Minute wurde mit einem Doppelschlag der Sieg perfekt gemacht. Das 2:1 ging dabei auf das Konto von Thomas Pielmeier. Er musste die Scheibe aus Nahdistanz nur noch in den leeren Kasten schieben, weil sich Teamkollege Max Schmidle hinter dem Eispiraten-Kasten durchsetzte und zentimetergenau auflegte. Danach machte Ben Thomson, der zuvor mehrere gute Chancen vergab, nach einem gewonnenen Zweikampf gegen Eispiraten-Kapitän Kevin Saurette im Alleingang alles klar. Die Schlussoffensive der Hausherren blieb aus. „Wir waren vom ersten bis zum letzten Spieler überhaupt nicht anwesend. Jeder Profi muss seine Vorbereitung auf die Partie hinterfragen“, ärgerte sich Crimmitschaus Trainer Steffen Ziesche.

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