Grüne sehen „Rückenwind fürs Wahljahr“

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Die Grünen versprechen sich von ihrem historisch guten Hessen-Wahlergebnis einen Schub für das gesamte Wahljahr. „Hessen gibt uns Rückenwind für die kommenden Monate“, sagte Parteichefin Claudia Roth in Berlin.

„Wir sind froh, wir sind stolz, wir sind glücklich.“ Fraktionschefin Renate Künast sprach von einem „Mutmacher“. Co-Parteichef Cem Özdemir sagte: „Das strahlt deutlich über Hessen hinaus.“ Die erreichten 13,7 Prozent sind das beste je in einem Flächenland erzielte Ergebnis der Grünen.

Özdemir rief den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch angesichts des schwachen Abschneidens seiner CDU zum Rücktritt auf. „Wenn Herr Koch noch einen Funken Anstand hat, dann zieht er jetzt die Konsequenzen daraus und macht den Weg frei auch für einen personellen Neuanfang in Hessen“, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Die Mehrheit der Hessen wolle Koch nicht mehr als Ministerpräsident, erläuterte Özdemir später, ohne die Rücktrittsforderung ausdrücklich zu bekräftigen.

Die Grünen-Führung betonte, die Partei werde entschlossen gegen die große Koalition kämpfen sowie gegen ein Bündnis von FDP und Union auch im Bund. Nach hessischem Vorbild wolle die Partei Stimmensteigerungen erreichen, sagte Künast. Özdemir machte die „Themendisziplin“ für den Erfolg verantwortlich. Die Wähler wüssten das Eintreten der Grünen für ökologische Modernisierung und Bildungsreformen zu würdigen. Der hessische Spitzenkandidat Tarek Al- Wazir sagte, in Krisenzeiten hätten die Menschen großes Interesse an den nachhaltigen Konzepten der Grünen gezeigt.

Die Vize-Fraktionschefin Bärbel Höhn sagte der Deutschen Presse- Agentur dpa, die Lehre aus Hessen müsse für die Grünen sein, das eigene Profil auch bei künftigen Wahlen ins Zentrum zu rücken. „Wir haben momentan keinen Koalitionspartner“, erläuterte Höhn. Mit „guter grüner Politik“ könne man dennoch erfolgreich sein.

Der hessische Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour unterstützte Özdemirs Vorstoß eines baldigen Wechsels Al-Wazirs auf die Bundesebene. „Wir brauchen jeden unserer Spitzenleute für die Bundestagswahl“, sagte er der dpa. Deshalb solle Al-Wazir für den Bundestag kandidieren. „In der gegebenen Konstellation halte ich Al- Wazir für unverzichtbar.“ Künast sagte: „Ein Jegliches hat seine Zeit.“ Zunächst müsse sich nun die Grünen-Fraktion in Hessen bilden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen