Gomez schießt sich für Derby warm

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Deutsche Presse-Agentur

Tor-Garant Mario Gomez schoss sich im eisigen Sofia für das nächste Adrenalin-Duell mit Maik Franz warm, doch bei seinem Trainer Armin Veh blieb die Stimmung frostig.

„So brauchen wir in der Bundesliga gar nicht mehr antreten“, wetterte der Coach des VfB Stuttgart nach dem dürftigen 2:1 (0:1)-Erfolg der Schwaben im Erstrunden-Hinspiel des UEFA-Pokals beim bulgarischen Fußball-Zwerg Cherno More Warna. Vor dem Derby gegen den Karlsruher SC mit dem Wiedersehen der Streithähne Gomez und Franz sparte Veh nicht mit Kritik an seinen Mannen, die nur mit Mühe und Glück einer Europapokal-Bauchlandung entgangen waren. „Das war keine Systemfrage, sondern eine Einstellungsfrage“, meinte der VfB-Coach.

Der nächste Ernstfall folgt nun in der längst ausverkauften Mercedes Benz-Arena. „Gegen den KSC erwarte ich eine ganz andere Mannschaft“, hofft Veh. Spätestens seit dem bislang letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Februar ist das Derby mit zusätzlichem Adrenalin aufgeladen. Nach einem giftigen Duell auf dem Rasen hatte Gomez Gegenspieler Franz als „Arschloch“ beschimpft. Von den Rängen waren zuvor Leuchtraketen abgefeuert worden. „Man hat gemerkt, dass es für beide Mannschaften und beide Lager ein besonderes Spiel mit vielen Emotionen ist“, sagte Hitzlsperger.

Mit verschärften Sicherheitsmaßnahmen auf WM-Niveau wollen die Vereine und Polizei Krawallmacher in den Griff bekommen. „Wir haben alles getan, was möglich ist“, sagte VfB-Sicherheitschef Thomas Weyhing. Bis zu 1000 Ordnungskräfte seien rund um das Stuttgarter Fußball-Stadion im Einsatz, dreimal so viele wie bei anderen Erstliga-Heimpartien des VfB. Dieser Ordner-Einsatz entspreche dem Standard der Fußball-Weltmeisterschaft und verursache Kosten im „sechsstelligen Bereich“, sagte Weyhing. Unterstützt werden die Ordner von 400 bis 500 Polizeibeamten aus Stuttgart sowie weiteren Kräften der Bereitschafts- und Bundespolizei.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat in Absprache mit beiden Vereinen die brisante Partie zum „Spiel mit erhöhtem Risiko“ erklärt und schickt einen Vertreter zur Spielaufsicht. Rund 20 derartige Begegnungen gibt es nach Angaben eines DFB-Sprechers pro Saison in der Bundesliga. In den vergangenen Wochen trafen Polizei, VfB und KSC enge Absprachen zum Sicherheitskonzept für das Nachbarschaftsduell. Rund 5000 Fans werden die Karlsruher nach Stuttgart begleiten, darunter sollen etwa 150 als gewaltbereit bekannte Anhänger sein. Schon bei der Anreise werden die KSC-Fans von Ordnungskräften begleitet, um Zusammenstöße mit VfB-Anhängern zu verhindern.

Rund um die längst ausverkaufte Mercedes Benz-Arena werde es zusätzliche Absperrmaßnahmen geben, sagte Weyhing. Umfangreiche Durchsuchungen seien geplant, vor allem um das Einschmuggeln von Leuchtraketen zu verhindern. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams im Februar in Karlsruhe waren aus dem KSC-Block Raketen abgefeuert worden und auf dem Platz gelandet. Wegen der intensiveren Kontrolle sei es ratsam, frühzeitig zum Stadion zu kommen, empfahl ein Polizeisprecher.

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