Gomez rettet Stuttgart ein 2:2 in Frankfurt

Lesedauer: 4 Min
Deutsche Presse-Agentur

Torjäger Mario Gomez hat den VfB Stuttgart vor dem Absturz ins Mittelmaß der Fußball-Bundesliga bewahrt.

Mit seinem Treffer in der 87. Minute zum 2:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt verhinderte der Nationalspieler die dritte Punktspiel-Pleite in der Schwaben in Serie und löste heftige Kontroversen auf dem Rasen und in den Stadion-Katakomben aus. Vor 51 000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena hatte Nikos Liberopoulos (18./66.) die Hessen zuvor mit seinem ersten Tore-Doppelpack in Deutschland zum vermeintlich ersten Heimsieg über den VfB seit 2001 geschossen. Doch die Schwaben zeigten Moral, kamen durch Martin Lanig (71.) zurück in die Partie und retteten noch einen wichtigen Zähler.

„Nach einem 0:2 zurückzukommen, ist wichtig für die Moral. Dieses Erfolgserlebnis wird guttun“, sagte Gomez, dessen Ausgleichstreffer hitzige Debatten auslöste. Während der Torschütze betonte, er habe „nichts getan, deshalb musste das Tor auch zählen“, konnte Eintracht-Profi Michael Fink die Entscheidung von Referee Babak Rafati, der erst auf Foulspiel von Gomez entschied und dann das Tor doch gab, „nicht nachvollziehen. Er hat sich von seinem Assistenten umstimmen lassen, obwohl er die bessere Sicht hatte.“ So überwog bei den Hessen am Ende die Enttäuschung: „Wir haben ein tolles Spiel geboten und aufopferungsvoll gekämpft. Leider stehen wir nur mit einem Punkt da, drei Zähler hätten unsere Situation entscheidend verbessert“, klagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Dabei präsentierten sich die Hessen nach drei Siegen aus den letzten vier Partien trotz der Tatsache, dass ihnen erneut fast eine komplette Elf fehlte, mit mehr Selbstvertrauen als noch vor Wochen. Nachdem Gomez zweimal in letzter Sekunde abgeblockt werden konnte (8./17.), führte der beste Angriff der ersten Halbzeit zur Eintracht-Führung: Nach Maßflanke von Patrick Ochs konnte VfB-Keeper Jens Lehmann Martin Fenins Schuss nur noch vor die Füße von Liberopoulos abwehren, der aus Nahdistanz zu seinem zweiten Saisontor abstaubte.

Die Stuttgarter, die noch das durch zwei Gomez-Tore 2:0 gewonnene UEFA-Pokalspiel gegen Partizan Belgrad in den Knochen hatten, waren in der Folge zwar spielbestimmend, erwiesen sich jedoch im Abschluss als viel zu inkonsequent. Zum Garanten der Pausenführung wurde dann Oka Nikolov: Hatte er bei Elsons Freistoß ans Außennetz noch Glück (22.), parierte Frankfurts Schlussmann bei erstklassigen Gelegenheiten für Lanig (26./36.) und Ciprian Marica (42.) glänzend.

Nach dem Wechsel hätte Aaron Galindo (50.) per Eigentor fast für den Ausgleich gesorgt, doch der Ball strich knapp am Pfosten vorbei. Die Eintracht geriet mehr und mehr unter Druck und setzte auf Konter im eigenen Stadion. Nachdem Ümit Korkmaz (51.) und Markus Steinhöfer (65.) das 2:0 noch knapp verpasst hatten, machte es Liberopoulos erneut nach schöner Vorarbeit von Fenin besser. Als Fenin (69.) die endgültige Entscheidung verpasst hatte, sorgte Lanig wieder für Spannung. Gomez rettete nicht einmal unverdient einen Punkt für den VfB und Ex-Nationalspieler Lehmann, dem damit einen Tag vor seinem 39. Geburtstag doch noch ein entsprechendes Geschenk zuteil wurde.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen