Gomez: „Die Leute können denken, was sie wollen“

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Deutsche Presse-Agentur

„Das ist halt seine Klasse“, lobte der sichtlich mitgenommene VfB-Trainer Armin Veh erleichtert seinen Stürmer nach dem insgesamt grausamen Gekicke. Der Matchwinner wirkte trotz des Erfolgserlebnisses richtig angefressen. „Egal, dass wir uns schwergetan haben - Hauptsache drei Punkte. Die Leute können denken, was sie wollen“, grantelte Gomez. Schon direkt nach dem späten, erlösenden 1:0 hatte der Nationalspieler seinen Unmut über kritische Anhänger mit einer klaren Geste ausgedrückt.

Allerdings gab der schwäbische Fußball-Bundesligist mit seinem lahmen und ideenlosen Auftritt gegen die biederen Bochumer keinerlei Anlass zu Lobgesängen. „Bei unserer Belastung durch UI-Cup, UEFA- Pokal und ständigen englischen Wochen ist es schwierig. Wir können keinen Hurra-Stil zeigen“, bat Veh um Verständnis. „Wir müssen schauen, dass wir Ergebnisse erzielen. 16 Punkte aus neun Spielen ist okay.“ Für den Trainer ist es kein Zufall, dass Aufsteiger 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen an der Spitze stehen und dort seiner Meinung nach auch noch längere Zeit bleiben werden. „Wie sollen die einbrechen“, verwies Veh auf die deutlich geringeren Belastungen und zudem hohe Klasse beider Kontrahenten.

Auch Sportdirektor Horst Heldt nahm die gestressten Stuttgarter in Schutz: „Wir haben zwar keine spielerischen Mittel gefunden, aber nie aufgegeben. Zudem gehören zu einem Grottenkick immer zwei Teams.“ Gomez räumte Schwächen ein, forderte aber auch mehr Realismus: „Es war klar, dass wir Bochum nicht an die Wand spielen.“ Gegen derartige Abwehr-Bollwerke tun sich die Stuttgarter traditionell schwer. „Man braucht erstklassige Fußballer, um von hinten heraus so eine Mannschaft unter Druck zu setzen. Das kann nicht jeder“, führte Veh als einen entscheidenden Grund für die lange plan- und erfolglosen Bemühungen seiner Schützlinge an.

Gut möglich, dass die viertplatzierten Schwaben sich in der Top-Partie beim Tabellennachbarn Hamburger SV spielerisch leichter tun und zumindest optisch besser zur Geltung kommen. Hoffenheim könnte Stuttgart als Lehrbeispiel dienen, wie die Hanseaten zu bezwingen sind. VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger, wie seine Mitstreiter - von Innenverteidiger Serdar Tasci abgesehen - weit unter Normalform, wies zuversichtlich auf das jüngste 0:3 des HSV in Hoffenheim und den eigenen Erfolg: „Hoffentlich geht es am Mittwoch so weiter.“ Veh wäre im Verfolgerduell schon „mit einem Punkt zufrieden“.

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