Golf: Rekord-Prämien trotz Wirtschaftskrise

Lesedauer: 5 Min
Deutsche Presse-Agentur

Ungeachtet der Wirtschaftskrise und ohne seinen noch verletzten Superstar Tiger Woods steht das Millionenspiel der Golfprofis auf der US-PGA-Tour wieder vor einem Rekordjahr.

Mit fast 287 Millionen Dollar Preisgeld bei rund 40 Turnierangeboten liegen für die etwa 200 Berufsspieler gut 10 Prozent mehr in den Prämien-Töpfen als noch 2008. Saisonstart der Golf-Stars ist bei der Mercedes Championship am 8. Januar auf Hawaii.

Die Rezession hat die Golf spielenden Millionäre und auch die beiden für die US-Tour qualifizierten einzigen deutschen Spieler Martin Kaymer (Mettmann) und Alexander Cejka (München) noch nicht im Griff. Für den Auftakt bei dem mit 5,6 Millionen Dollar dotierten Turnier ist das deutsche Duo allerdings nicht qualifiziert. Der größte Batzen in den USA wäre beim 10-Millionen-Dollar-Jackpot für den Sieg im FedExCup zu holen. Diese Gesamt-Turnierserie übers Jahr wird im Playoff am 27. September in Atlanta entschieden.

„Meine Heimat ist in Europa, ich will 2010 im Ryder Cup spielen“, betonte der 23-jährige Kaymer, der nach einem fantastischen Jahr mit den Siegen von Abu Dhabi und München sowie 1,794 Millionen Euro auf der Europa-Tour auf Rang 25 in der Weltrangliste geklettert ist. Er legt wieder seinen Schwerpunkt auf die globale Europa-Tour, die auf vier Kontinenten mit ihrem „Race to Dubai“ und mehr als 50 Turnieren den USA Konkurrenz macht. Das neue europäische Format endet am 22. November mit der Dubai World Championship am Persischen Golf.

Der Sieg dort ist neben dem Bonus-Pool von 10 Millionen Dollar mit zwei Millionen Dollar für den Tageserfolg ausgelobt. Dazu werden unter den besten 15 dieses höchstdotierten Einzel-Wettbewerbs weltweit weitere 10 Millionen Dollar verteilt. „Ich habe fünf Wochen in Arizona super trainiert“, sagte Kaymer, der vom 15. Januar an zur eigenen Saisonpremiere seinen Abu-Dhabi-Titel verteidigen will und erst beim Masters in Augusta erstmals wieder in den USA aufschlägt.

Der 38 Jahre alte Cejka, der sich vor seiner zweimaligen Nackenwirbel-Operation mit bis dahin 893 998 Dollar die Spielberechtigung für 2009 gesichert hatte, steigt kommende Woche bei der Sony Open wieder in die US-Turnierserie ein. 2008 hatten allein 104 Spieler mit dem US-Geldranglisten-Sieger Vijay Singh (6,601,094 Millionen/Fidschi) vor Woods (5,775) an der Spitze jeweils mehr als eine Million Dollar an Prämien verdient.

Vergleichsweise kamen die Tennisstars Rafael Nadal (rund 6,8) und Roger Federer (5,9) auf ähnlich hohe Summen, mussten aber weitaus mehr Meilen und Turnierstarts in Kauf nehmen als Woods oder Singh. Bei nur sechs Starts bis zu seiner Kreuzband-Operation nach dem Sieg bei der US Open am 15. Juni war Woods wieder der reale Quotenkönig, während Singh 23 Mal antrat.

Die Golf-Welt wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Branchenführers, der mit kurzer Unterbrechung schon 529 Wochen die Hackordnung anführt. „Ich kann noch keine vollen Schläge spielen, keine Bälle mit den Eisen so kontrollieren, um sie treffgenau zu platzieren“, sagte der 33-Jährige. „Im Moment fühlt es sich großartig an, die Stabilität im Knie wieder zu haben.“ Ursprünglich hatte der Tiger auf eine Rückkehr spätestens vorm US-Masters gehofft, um Praxis für seinen 15. Major-Titel zu sammeln.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen