Glos: Merkel hat immer nur auf Steinbrück gehört

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Deutsche Presse-Agentur

Der zurückgetretene Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat sich enttäuscht über die Zusammenarbeit mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geäußert.

In einer Sitzung der CSU-Landesgruppe in Berlin sagte Glos nach Teilnehmerangaben, Merkel habe ihn in der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht eingebunden und seinen Rat ignoriert. Die Kanzlerin habe mehr auf Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) gehört, beklagte sich Glos am Montagabend. Der amtsmüde Minister hatte mit seinem überraschenden Rückzug CSU-Chef Horst Seehofer und Merkel in Turbulenzen gestürzt.

Nach Informationen der Zeitung „Münchner Merkur“ (Mittwoch) soll Glos wörtlich gesagt haben: „Sie hat immer geglaubt, ich hätte von vielen Dingen keine Ahnung. Stattdessen hängt sie an den Lippen von Finanzminister Steinbrück, der sich jeden Satz aufschreiben lassen muss.“ Demnach warf Glos Merkel vor, in der Union Zweifel an seiner Eignung als Wirtschaftsminister genährt zu haben. Vor allem in der CDU sei der Eindruck vermittelt worden, „er sei zu dumm, einen Vermerk zu lesen“. Glos bedankte sich bei den CSU-Bundestagsabgeordneten für die Zusammenarbeit. Vor seiner Ministerzeit war er von 1993 bis 2005 Chef der Landesgruppe.

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