Glock auf dem Weg zur Meisterprüfung

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Deutsche Presse-Agentur

In seiner ersten kompletten Formel-1-Saison übertraf er das Klassenziel, auf dem Weg zur meisterlichen Reifeprüfung will Timo Glock den nächsten Gang einlegen.

„Jetzt geht's erst richtig los“, kündigt der Wersauer an. „Natürlich will ich meinen Fans diese Saison noch mehr bieten. Mehr Punkte, mehr Podien und den ersten Sieg“, kündigte der 27-Jährige an. Und 2010 will er mit Toyota um die Weltmeisterschaft mitkämpfen. „Das klingt zwar nach viel. Aber jeder ist in der Formel 1, um zu gewinnen - im Team genauso wie unter den Fahrern. Wenn man sich nicht solche ehrgeizigen Ziele steckt, braucht man erst gar nicht loszufahren“, betont Glock.

Dass er siegen kann, hat der gelernte Gerüstbauer bereits bewiesen. Ein Jahr nach Lewis Hamilton gewann der Odenwälder die GP2 - der Lohn: das nach dem Abgang von Ralf Schumacher freigewordene Cockpit bei Toyota. Seine Erfahrungen in der Nachwuchsklasse sowie in den USA könnten Glock nun zugutekommen. „Dass wir wieder mit Slicks fahren, kommt mir natürlich sehr entgegen, da ich vor der Formel 1 ausschließlich auf Slicks unterwegs war, ob beim Kart, in der GP2 oder der ChampCar-Serie.“

20 Punkte hatte sich Glock 2008 zum Ziel gesetzt, 25 waren es am Ende einer Saison mit wenigen Tiefen, aber vielen Höhen - und zwei schweren Unfällen in Australien und auf dem Hockenheimring. Beide überstand er aber letztlich unverletzt, sicherlich auch dank Glocks ausgezeichneter Physis.

Körperliche Fitness, mentale Stärke und fahrerisches Können bescherten ihm bereits Titel: Allen voran der Meisterschaftsgewinn in der Nachwuchsklasse GP2 2007, ein Jahr nach Lewis Hamilton. 2005 war er zum Rookie des Jahres in der ChampCar-Serie in den USA gekürt worden. Und bei seinem ersten Formel-1-Rennen, als Glock 2004 bei Jordan als Ersatzpilot zum Einsatz gekommen war, war er in Montréal als Siebter gleich in die Punkteränge gerast. Danach führte ihn der Weg aber wieder aus der „Königsklasse“, via amerikanischer Rennserie kehrte er dann vor einem Jahr zurück.

Nun plant Glock den Angriff aufs Podest. „Hoffentlich von Beginn an“ will er mit Teamkollege Jarno Trulli den Branchenführern das Leben schwer machen. Das wollte seinerzeit auch Vorgänger Ralf Schumacher, allerdings fuhr der Kerpener bis zu seinem Ausstieg aus der „Königsklasse“ mit Toyota seinen Ansprüchen immer deutlich hinterher. Nicht so Glock: Er will hoch hinaus: „Ich würde nicht sagen, dass ich mich aufgrund meiner guten Saison 2008 zurücklehnen kann. Ich habe schließlich fest vor, in diesem Jahr den nächsten Schritt zu machen. Dafür gebe ich alles.“

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