Gemeinderat Neuhausen lobt Schulsozialarbeit und erhöht Anzahl der Wochenstunden

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Sozialpädagogin Beate Hafner
Sozialpädagogin Beate Hafner (Foto: Winfried Rimmele)

NEUHAUSEN OB ECK (wr) – Die Schulsozialarbeit an der Homburgschule Neuhausen ob Eck hat in den vergangenen sieben Monaten ein positives Echo hervorgerufen. Davon konnten sich die Gemeinderäte durch den Tätigkeitsbericht der Sozialpädagogin Beate Hafner in der jüngsten Sitzung überzeugen.

Mit der Durchführung der Schulsozialarbeit beauftragte die Gemeinde die Einrichtung „Mutpol – Diakonische Lebenshilfe Tuttlingen“. Für die Umsetzung ist die Sozialpädagogin Beate Hafner seit November 2017 mit zwölf Wochenstunden (30 Prozent) an der Schule tätig. Außerdem gibt Hafner für die elf Asylbewerber in der Vorbereitungsklasse (VKL) täglich Deutschunterricht. Nur deshalb könne die Sozialarbeit mit zwölf Wochenstunden bewältigt werden. Ob ab dem neuen Schuljahr eine VKL-Klasse eingerichtet werde, sei noch nicht entschieden, sagte Schulleiterin Alexandra Maier-Lipp.

Die engagierte Sozialpädagogin Beate Hafner stellte dem Gremium ihr vielseitiges Aufgabenspektrum vor. Themeninhalte wie Gemeinschaft, Kommunikation, Selbstvertrauen, Gefühle sowie Familie, Freunde und Entscheidungen prägen die soziale Gruppenarbeit. Dabei sei eine enge Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium, der Schulleitung und den Eltern unerlässlich und trage zu einem erfolgreichen Miteinander bei. Die Schüler lernen in der wertschätzenden Kommunikation, auch als Wolf- und Giraffensprache bekannt, dass Streiten normal sei und zum Leben in der Gemeinschaft dazugehöre. Die Schüler lernen auch ohne Erwachsene Konflikte zu klären, Verantwortung für ihr Tun und Sprechen zu übernehmen. Außerdem lernen sie, wie wichtig es ist, höflich und freundlich (wie eine Giraffe) miteinander umzugehen. Hafner wolle an der Schule mit einem Streitschlichtprogramm sechs Schüler als Schlichter einsetzen.

Maßstab ist die Rückmeldung durch die Eltern

Die Einzelfallhilfe haben seit November elf Schüler, davon sieben Schüler mit mehr als drei Terminen, wahrgenommen. die Beratungsgründe waren vielseitig: Nachgewiesene Kindswohlgefährdung, unzureichende Förderung, Konflikte mit anderen Schülern, häufige Fehlzeiten im Unterricht sowie Entwicklungsauffälligkeiten im sozialen Bereich und mangelnde Zuwendung im Elternhaus. Die Schulsozialarbeit könne man zwar nicht messen, aber eine positive Rückmeldung durch die Eltern sei Maßstab genug, meinte Hafner. „Die Schulsozialarbeit muss für alle am Schulleben Beteiligten ein offenes Ohr haben“, fügte Hafner hinzu.

Die Kosten für das laufende Schuljahr belaufen sich auf 19 140 Euro. Abzüglich Zuschuss des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) von 5010 Euro und Zuschuss des Landkreises von 4500 Euro verbleiben bei der Gemeinde ein Eigenanteil von 9630 Euro. Um die Notwendigkeit der Sozialarbeit hervorzuheben, beantragte Gemeinderat Markus Seeh (Freie Wählergemeinschaft), die Anzahl der Wochenstunden auf 20 Stunden (50 Prozent) zu erhöhen. Dadurch werde sich der Eigenanteil auf etwa 14 000 Euro erhöhen.

Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich dem Antrag zu. Außerdem soll der Vertrag mit Mutpol um weitere zwei Jahre bis zum 31. Juli 2020 verlängert werden.

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