Gemeinde möchte weitere Bebauung ermöglichen

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Derzeit wird kräftig gebaut: In Inzigkofen entsteht ein neues Wohngebiet; außerdem siedelt sich voraussichtlich 2019 Netto dort
Derzeit wird kräftig gebaut: In Inzigkofen entsteht ein neues Wohngebiet; außerdem siedelt sich voraussichtlich 2019 Netto dort an. (Foto: Julian Gombold / Grafik: Matthias Wagner)

Am Ortsausgang von Inzigkofen in Richtung Vilsingen wird derzeit kräftig gebaut. Die Firma Storz erschließt gerade den ersten Bauabschnitt des Wohnbaugebiets „Reutäcker“ mit insgesamt 40 Bauplätzen; 19 davon hat der Inzigkofer Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung bereits vergeben. „Nach einem langwierigen Verfahren können wir jetzt endlich durchstarten“, sagt Bürgermeister Bernd Gombold. Die Inzigkofer hätten lange auf das Baugebiet warten müssen. „Wir sind sehr froh, dass wir das jetzt anbieten können.“ Der zweite Bauabschnitt bringt der Gemeinde dann noch einmal zusätzliche 21 Bauplätze.

Aber auch südlich des Wohnbaugebiets, auf der anderen Seite der Römerstraße, sind kräftige Erdbewegungen im Gange. Die dürften jedem auffallen, der auf der angrenzenden B 313 unterwegs ist. Weil das Wohnbaugebiet „Reutäcker“ im Trennsystem entwässert werden muss, werden dort drei Kaskaden zur Vorreinigung des Oberflächenwassers aus dem Wohnbaugebiet sowie ein anschließendes Rückhaltebecken gebaut. „Der Ortskanal kann das alles gar nicht aufnehmen“, sagt Gombold. Im vorgesehenen Trennsystem würden daher Schmutz- und Oberflächenwasser gesondert gesammelt. Das bringe letztlich auch finanzielle Vorteile: „Das Dach- und Oberflächenwasser wollen wir in der Kläranlage gar nicht haben, das ist ja auch alles mit Betriebskosten verbunden“, sagt der Bürgermeister. Während also das Schmutzwasser aus den Haushalten in Richtung Kläranlage fließt, wird das Oberflächenwasser in die drei Kaskaden geleitet. Diese dienen zusätzlich der Vorreinigung.

Das anschließende Rückhaltebecken dient wiederum auch als Hochwasserschutz für das darunterliegende Wohnbaugebiet, es hat ein Fassungsvermögen von 2160 Kubikmetern. Oberhalb der Kaskaden, im noch brachliegenden „Spitz“ zwischen Römerstraße und B 313, soll der Netto-Lebensmittelmarkt entstehen. Die Gemeinde arbeite derzeit mit Hochdruck am Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Zeilen West“, um die Ansiedlung des Netto-Marktes zu ermöglichen, sagt Gombold. „Das Bebauungsplanverfahren wollen wir im Herbst so weit haben, parallel müssen wir den Flächennutzungsplan anpassen.“ Anfang 2019 werde „Netto dann realisieren wollen“.

Insgesamt liege die Erschließungsmaßnahme im Zeitplan, Ende November soll sie abgeschlossen sein. Bis dahin werden 1820 Meter Kanäle, 4750 Quadratmeter Asphalt, 1050 Meter Wasserleitungen, 850 Meter Gasleitungen und 40 Hausanschlüsse verlegt. Zwischen Juni und August soll voraussichtlich der Kreisverkehr gebaut werden, der eine Verbindung zwischen Wohngebiet, Römerstraße und Netto herstellen wird. Die Gemeinde denkt darüber hinaus an, im Bereich „Zeilen Ost“ entlang der Römerstraße Bebauung zu ermöglichen. In welche Richtung das Ganze gehen soll, sei noch offen. „Vielleicht Seniorenwohnungen“, sagt Gombold.

Klarheit wird ab morgen Abend bereits darüber herrschen, ob die fußläufige Verbindung zwischen dem Wohnbaugebiet „Reutäcker“ und der Römerhalle ein reiner Fußweg oder ein kombinierter Fuß- und Radweg wird. Das entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung, die am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses beginnt.

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