Gedenken ist überfällig

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Viktor Turad.
Viktor Turad. (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

Es ist erstaunlich, dass erst 21 Jahre nach Einführung des Holocaust-Gedenktags auch in Aalen in einer offiziellen, öffentlichen Feier an die Opfer erinnert wird. Erstaunlich deshalb, weil Gedenkveranstaltungen in Aalen eigentlich eine gute Tradition haben und weil in vielen Schulen in der Stadt auf diesem Gebiet schon lange wertvolle Arbeit geleistet wird. Sei’s drum: Die erstmalige Gedenkveranstaltung in der evangelischen Stadtkirche ist so beeindruckend wie bedrückend gewesen. Ja, sie war überfällig und der Wunsch von Pfarrer Bernhard Richter muss in Erfüllung gehen, dass dieses Gedenken einen festen Platz im Terminkalender der Stadt bekommt. Denn auf ihrer heutigen Markung war das KZ Wiesendorf, ein Außenlager von Natzweiler im Elsass. Bei seiner Auflösung 1945 sind 60 Häftlinge gestorben, an der Schillerlinde oberhalb der Erzgrube erinnert ein Stein an vier dort getötete Häftlinge des Außenlagers. Bekannt ist bis jetzt außerdem, dass elf Opfer des Holocaust in der Kernstadt geboren wurden, dort wohnten oder zu Tode kamen.

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