Gaspreise können bald sinken

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Deutsche Presse-Agentur

Rund drei Millionen Gaskunden können noch vor Jahresende mit einer Preisentlastung rechnen. Das Kartellamt werde voraussichtlich im Dezember die bereits im Oktober angekündigten Entscheidungen zu Preisen von rund 30 Gasversorgern treffen, sagte Behördensprecherin Silke Kaul.

Dabei geht es im Kern darum, dass mit den Versorgern, gegen die Verfahren wegen des Verdachts unrechtmäßig erhöhter Preise eingeleitet wurden, Vergleiche getroffen werden. Von solchen erzwungenen Preissenkungen oder Rückerstattungen, über die zur Zeit im Detail noch verhandelt wird, profitieren Privat- und Gewerbekunden.

Mit einem solchen Vergleich und Zugeständnissen seitens der Gasunternehmen würde das Kartellamt die Verfahren einstellen und langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden. Ohne eine Einigung mit den Unternehmen - darunter sind Großversorger wie RWE- Töchter oder auch Unternehmen von EnBW oder Vattenfall - könnte das Kartellamt Überteuerungen untersagen. Die Zugeständnisse der Unternehmen dürften sich nach einem Bericht des „Handelsblatts“ auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.

In einer ersten Entscheidung hatten bereits im Oktober sechs zum E.ON-Konzern gehörende Unternehmen unter dem Druck des Kartellamts ihre geplanten Preiserhöhungen für die beginnende Heizperiode um zwei Monate von Oktober auf Dezember verschoben. Außerdem wurde den rund eine Million Kunden eine Rückzahlung in Höhe von durchschnittlich 35 Euro gewährt. Insgesamt profitierten damit die Endkunden mit rund 55 Millionen Euro.

Das Kartellamt hatte im März gegen insgesamt 35 regionale Gasversorgungsunternehmen Verfahren wegen des Verdachts missbräuchlich überhöhter Gaspreise für insgesamt etwa vier Millionen Haushalts- und Gewerbekunden eingeleitet. Im Kern soll das Kartellamt sicherstellen, dass die Preise für Gas - wie auch für Strom - zum Nutzen des Verbrauchers wettbewerbsgerecht und für Endkunden nicht überteuert sind. Das Amt ist für etwa fünf Prozent der rund 700 Gasversorger mit rund 15 Prozent der Gaskunden zuständig. Für die übrigen 95 Prozent der Gasversorger und 85 Prozent der Gaskunden sind die Landeskartellbehörden zuständig, die ebenfalls wegen der Preise ermitteln.

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