Gänsebraten im Wohnmobil

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So ein Gänsebraten schmeckt auch prima im mobilen Wohnzimmer, findet Jürgen Schaal.
So ein Gänsebraten schmeckt auch prima im mobilen Wohnzimmer, findet Jürgen Schaal. (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

In der Not wird der Mensch kreativ – und der Schwabe sowieso, wenn es um Leib und Magen geht. Jürgen und Marion Schaal aus Fronreute gehen eigentlich jedes Jahr mit Freunden aus Bad Schussenried in die Linde in Steinhausen zum Martinigansessen. Aufgrund der neuen Restriktionen sind die Türen der Gastronomie seit Anfang des Monats geschlossen.

Die Gänse hatte das Team des Landgasthofs jedoch schon längst bestellt, 700 waren es anscheinend in diesem Jahr. Denn das Gansessen ist für viele Familien und Einheimische eine feste Tradition. Auch Familie Schaal vereinbart den Termin schon immer verbindlich ein Jahr im Voraus. Daher wollte das Ehepaar seine Gastronomen auch nicht auf den gebratenen Leckereien sitzenlassen. „Wir sind sonst jedes Jahr viel mit dem Wohnmobil unterwegs, doch dieses Jahr waren wir aufgrund der Pandemie nicht im Urlaub“, erzählt Marion Schaal.

Schnell war daher die Idee geboren, die Leidenschaft des Reisens mit der Lust am Essen zu verbunden. Ein kurzer Anruf und schon war vereinbart: Das Tier darf auch im Wohnmobil auf dem Parkplatz der Gaststätte, quasi im Schatten der wunderschönen Barockkirche, verspeist werden. So verliert es beim Transport bis nach Fronreute nicht an Geschmack und auch nicht an Temperatur. „Es war ein Genuss, die Sonne schien in unser mobiles Wohnzimmer, wir hatten uns leckere Getränke mitgebracht und haben das Essen uns schmecken lassen“, erinnert sich Jürgen Schaal. Zum Ausgleich gab es für den Gastronomen ein entsprechendes Trinkgeld. Zu gucken gab es während dem Essen auch genug, denn nach und nach kamen noch viele weitere Gäste, die sich ihr bestelltes Essen abholten. Doch keiner hatte einen so kurzen Weg wie die Wohnmobilisten aus Fronreute. Das Ehepaar freut sich, trotz Pandemie-Restriktionen ein gutes Essen erhalten zu haben und gleichzeitig die Gastronomie unterstützt zu haben – und hofft nun, dass andere ihrem Beispiel folgen werden. Denn nur wenn alle mithelfen, wird die lokale Gastronomie diese Krise überleben. Katrin Bölstler

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