Gäubahn: Wolf fordert Fünf-Punkte-Plan

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Ein Zug fa§hrt am 28.03.2013 in Stuttgart (Baden-Waºrttemberg) aºber die Ga§ubahntrasse. Ab dem Jahr 2017 gibt es auf der Ga§uba (Foto: Franziska Kraufmann)
Schwäbische Zeitung

Nachdem die Neigetechnik auf der Gäubahn laut Deutsche Bahn AG auf Jahre entfällt, ist eine Interimslösung unter Zusammenführung von Fern- und Nahverkehr angedacht, die einen Stundentakt sicherstellen und neues Wagenmaterial zum Einsatz bringen soll. „Auf den ersten Blick eine echte Verbesserung, doch wir müssen genau prüfen, was auf uns zukommt“, äußert sich Guido Wolf, Landtagsabgeordneter der CDU und Vorsitzender des Interessenverbands Gäubahn, vorsichtig optimistisch.

Mit Verkehrsminister Winfried Hermann, der das Konzept begrüßt, hatte der Abgeordnete noch kurz vor Ostern ein Gespräch, teilt Wolf mit, um seitens des Interessenverbands Gäubahn notwendige Konsequenzen einzufordern. Für Guido Wolf macht die jetzt vorgestellte Lösung nur Sinn, wenn nachfolgender Fünf-Punkte-Plan eingehalten werde: Der Verkehrsminister solle kurzfristig in die Region kommen, um die Auswirkungen des angedachten neuen Fahrplans auch mit Blick auf den Ringzug im Detail vorzustellen.

Minister kommt am 19. April

Hermann sagte zu, ein Termin ist für den 19.April in Rottweil geplant. Zum zweiten will Wolf wissen, welche konkreten Umbaumaßnahmen die Zusammenlegung von Fern- und Nahverkehr an den bestehenden Bahnhöfen zur Folge hat. So sei etwa zu hören, in Tuttlingen müsse eine nicht unerhebliche Bahnsteigverlängerung realisiert werden. „Ich habe gewiss nichts gegen Umbaumaßnahmen. Aber je aufwändiger sie sind, desto weniger glaube ich daran, dass es sich um reine Übergangslösungen handelt“, argumentiert Wolf.

Zum dritten geht es Wolf darum, den „Anlauf“ zur aufgezeigten Übergangslösung zu verkürzen. Es sei schwer vermittelbar, im Frühjahr 2013 eine Übergangslösung erst ab 2017 bis zur Fertigstellung von Stuttgart 21 anzukündigen. „Auch wenn das von der Bahn angekündigte neue Wagenmaterial erst ab 2017/2018 verfügbar ist, muss es möglich sein, den Stundentakt schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt zu realisieren“, fordert Wolf.

Ausbau der Doppelspurinseln

Als vierten Punkt nennt Wolf das klare Bekenntnis der Bahn und des Verkehrsministers, parallel zur jetzt vorgestellten Übergangslösung den Ausbau der geplanten Doppelspurinseln weiter voranzutreiben. „Nachdem wir jetzt wissen, wie lange diese Verfahren dauern, muss die Bahn dranbleiben. Nächste Schritte müssen also die Einstiege in die konkreten Planungen für Rottweil-Neufra sowie Rietheim-Wurmlingen sein“, so Wolf, der dafür die entsprechende Bereitstellung von Planungsmitteln im Investitionsrahmenplan des Bundes erwartet.

Und nicht zuletzt macht Guido Wolf gerade in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Interessenverbandes Gäubahn deutlich, „dass es das Hauptziel bleiben muss, den Vertrag von Lugano, also eine Fahrzeitverkürzung Stuttgart-Zürich auf zwei Stunden 15 Minuten zu erreichen.“ Alles, was auf diesem Weg an Verbesserungen erfolgt, sei als Interimslösung willkommen, dürfe aber das wirkliche Ziel weder verzögern noch insgesamt infrage stellen, erklärt Guido Wolf abschließend.

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