Fußgängernavigation hat noch Schwächen

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Navigationssystem gehört inzwischen fast zur Standardausstattung im Auto. Und auch manche mobilen Navis haben bereits einen Fußgängermodus.

Doch ganz ausgereift ist die Fußgängernavigation noch nicht: Bislang hatten mobile Endgeräte das Problem, dass sie außerhalb des Autos kaum zu verwenden waren. Das lag zum einen am Kartenmaterial, das auf die Bedürfnisse der Autofahrer zugeschnitten war.

Zum anderen gibt es Probleme mit der Ortung, sagt Helmut Schmaler, Navigations-Experte beim ADAC-Technikzentrum im bayerischen Landsberg: „Das Hauptproblem dieser Geräte ist, dass das Gerät nicht weiß, wo Norden ist.“ Manche Smartphone-Anbieter spendieren ihren Modellen daher inzwischen einen Kompass. Bei diesen Multifunktions-Handys besteht außerdem die Möglichkeit der Ortung über die Mobilfunkzelle, was auch als „assisted GPS“ - unterstütztes GPS - bezeichnet wird. Hilfreich ist das zum Beispiel in Situationen, in denen das Handy das GPS-Signal nicht empfangen kann.

Der Navigations-Anbieter Garmin hat seinem Navigationsgerät nüvi 550 schon eine Kompassanzeige mitgegeben. Um das Gerät im Outdoor-Modus nutzen zu können, muss sich der Anwender allerdings eine zusätzliche topografische Freizeit- oder Wanderkarte kaufen.

Professionelle Outdoor-Geräte haben diese bereits an Bord. Über das übliche Straßennetz sei in der Darstellung gewissermaßen eine topografische Karte gelegt, erklärt ADAC-Experte Schmaler. Darin würden Höhenlinien, Flüsse und Brücken angezeigt. Die Ortungsgenauigkeit liege bei zwei bis fünf Metern. „Diese Dinger funktionieren recht gut. Aber man muss sich beim Wandern den Weg noch selber suchen. Das Gerät sagt nicht: An der dritten Tanne rechts.“

Bei der neuen Garmin-Karte „Topo Deutschland v3“ im Maßstab 1:25 000 für GPS-Geräte soll im Prinzip auch das möglich sein. Sie ermöglicht nach Herstellerangaben das „Routing“ auf Rad- und Wanderwegen. Ähnlich der Handhabung eines Straßennavis erlaube sie eine geführte Navigation zu Fuß.

Navigon hat sich bei seiner Handy-Fußgängernavigation für einen anderen Ansatz entschieden. „Wir wollen den typischen Stadtplan ersetzen“, sagt Gerhard Mayr, bei Navigon für Zukunftsmärkte zuständig. Wegen des instabileren GPS-Signals, das bei Schritttempo „hüpfen“ kann und nicht auf den Meter genau ist, zeigt ein Kreis an, wo sich der Nutzer ungefähr befindet. Die Route ist laut Mayr die Ideallinie zwischen Start und Ziel, der man beliebig folgen kann.

Oft scheitert die Fußgängernavigation aber auch an ganz anderen Dingen, hat die Unternehmensberatung Sirvaluse aus Hamburg herausgefunden. Die Firma analysiert die Benutzerfreundlichkeit von technischen Produkten und hat vor kurzem eine Smartphone-basierte Fußgänger-Navigationsanwendung untersucht. Dabei sollten die Probanden eine Umkreissuche nach einem Restaurant bewerkstelligen und sich dorthin führen lassen, erläutert Pressesprecherin Silja Harm.

„Es war schon schwierig für die Probanden, nachzuvollziehen, wie die hinterlegten Gedankenstrukturen sind - ihre eigenen waren ganz anders“, sagt Harm. Entsprechend schwer sei ihnen die Bedienung gefallen. Auch die Eingabemöglichkeiten seien kompliziert gewesen. „Der Komfort war nicht der, den die Leute vom Auto her gewohnt waren. Die Hersteller müssen noch in vielen Bereichen nachbessern.“

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