Fußball-Regionalliga Süd: Ralf Hermanutz macht’s möglich

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Schwäbische Zeitung

Von Thorsten Halm und Oliver Kothmann

Nach dem Defensiv-Chaos der Vorwoche gegen Großbardorf war SCP-Trainer Walter Schneck froh, dass sich Kapitän Marco Konrad trotz Rückenbeschwerden wieder einsatzbereit meldete. Doch auch Konrad konnte in seiner gewohnten Rolle vor der Abwehr nicht verhindern, dass die spielbestimmende Mannschaft im ersten Durchgang Darmstadt 98 hieß. Konrad selbst hatte zwar in der 9. Minute per Kopfball nach Freistoßflanke von Saccone die erste Chance der Partie, doch ein Darmstädter Abwehrspieler kreuzte die Flugbahn des Balles, der sonst vielleicht zur SCP-Führung eingeschlagen hätte. Die „Lilien“ mühten sich in der Folge vergeblich, meist mit harmlosen Distanzschüssen. In der 19. Minute rettete SCP-Keeper Hermanutz dann erstmals bravourös vor dem einschussbereiten Soriano – es sollte nicht seine letzte Glanztat an diesem Abend bleiben.

Nun war wieder der SCP am Zug: Bodnar zupfte im Darmstädter Strafraum am Trikot von Beskid. Der fiel, und Schiri Steinberg gab sofort Elfmeter für den SCP (32.). Demir nahm sich den Ball – doch sein Schüsschen war so harmlos, dass „Lilien“-Keeper Adolf die Kugel mühelos festhalten konnte.

In der 35. Minute kam Darmstadt dann zu zwei Topchancen: Doch Hermanutz wehrte erst per Blitzreflex einen Soriano-Kopfball aus kürzester Distanz ab, nach dem fälligen Eckball rettete Neuzugang Cesur Sevimli für den SCP auf der Linie. Das war’s in Halbzeit eins.

War offensiv in Halbzeit eins schon so gut wie nichts von den Linzgauern zu sehen, wurde es im zweiten Durchgang noch weniger. Darmstadt machte Druck, kam zu Chancen, doch der SCP-Abwehrverbund hielt stand. Vor allem dank Hermanutz, der die Lilien-Fans zur Verzweiflung trieb: Erst kratzte er eine Soriano-Knaller aus dem Winkel (62.), dann rettete er gegen den völlig freien Hübner (71.).

Damit, so schien es, hatte der 38-jährige Keeper nicht nur den „Lilien“-Fans, sondern auch den Darmstädter Spielern den Nerv geraubt. Fortan flachte deren Angriffsdruck ab. In der Schlussviertelstunde passierte beiderseits nicht mehr viel. Der SCP blieb somit auch im dritten Spiel der neuen Saison ungeschlagen. Coach Walter Schneck schnaufte nach dem Schlusspfiff durch: „Das war ein glücklicher Punktgewinn für uns.“ Und „Lilien“-Coach Kleppinger grantelte: „Wir sind an einem überragenden Ralf Hermanutz gescheitert.“

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