Fußball-Landesliga: Das Feld rückt immer enger zusammen

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Ein wenig Trost brauchten die Spieler des SV Weingarten am Ende des Osterwochenendes: Zwei Niederlagen – erst in Mietingen, dan
Ein wenig Trost brauchten die Spieler des SV Weingarten am Ende des Osterwochenendes: Zwei Niederlagen – erst in Mietingen, dann in Ehingen (im Bild die TSG-Spieler Felix Miller, stehend links, und Marian Degen) – warfen den SVW auf den letzten Tabe (Foto: SZ- aw)
Schwäbische Zeitung

Ehingen - Der Abstiegskampf in der Fußball-Landesliga ist noch lange nicht entschieden. Nicht ein einziges Team darf man zum jetzigen Zeitpunkt abschreiben. Wer vor wenigen Wochen noch tief im Tabellenkeller steckte, taucht plötzlich auf einem einstelligen Tabellenplatz auf – siehe FV Ravensburg II – wer dagegen vor Wochen noch ein ordentliches Puffer auf die Abstiegszone hatte, steckt auf einmal in Schwierigkeiten – siehe FC Ostrach, seit Ostermontag auf einem Abstiegsrang.

Die TSG Ehingen lag Ende Februar neun Punkte hinter Ostrach, nun sind es nur noch drei. Gerade einmal vier sind es auf den FV Ravensburg II und damit den ersten einstelligen Tabellenplatz. Am langen Osterwochenende bot sich der Mannschaft von Trainer Roland Schlecker die Chance, sich weiter zu verbessern als vom letzten auf den vorletzten Platz, doch am Karsamstag verloren die Ehinger in Balingen mit 1:2. Am Ostermontag sprangen dann drei Punkte heraus, beim 2:1 gegen das neue Schlusslicht SV Weingarten.

Weingarten gehörte damit zu den großen Verlierer des Wochenendes, zweimal ging der SVW gegen Aufsteiger leer aus – am Samstag gegen Mietingen, am Montag eben gegen Ehingen. „Gegen Mietingen haben wir nicht gut gespielt, aber in Ehingen waren wir klar die bessere Mannschaft bei einem gefühlten Chancenverhältnis von acht zu eineinhalb“, sagte Weingartens Trainer Thomas Gadek. In der ersten Enttäuschung nach einem Spiel neigt man mitunter zur Übertreibung, denn mehr als eineinhalb Chancen hatten die Ehinger zweifellos. Dennoch hätte, aufgrund der Überlegenheit der Gäste nach dem Ehinger 2:1 in der 49. Minute zumindest ein Punkt herausspringen müssen. „Die Ehinger sind mit Mann und Maus hinten dringestanden“, so Gadek. „Das war die Rehhagel-Taktik – aber mit der kann man ja sogar Europameister werden.“

Der TSG Ehingen kann das Urteil des gegnerischen Trainers egal sein. Der Aufsteiger strebt nicht mehr als den Verbleib in der Landesliga an und auf dem Weg dahin war der Heimsieg gegen Weingarten sehr wichtig. Trainer Schlecker hatte, nach mancher Erfahrung in der Hinserie, zu Beginn der Rückrunde gemahnt, dass Siege und Punktgewinne gegen ebenfalls abstiegsgefährdete Teams mehr ins Gewicht fielen als Erfolge gegen Spitzenmannschaften wie Berg oder Laupheim – wenn auf solche Erfolge Niederlagen gegen Kellerkinder folgen.

Am kommenden Samstag bekommt es die TSG erneut mit einem Abstiegskandidaten zu tun, dem SV Mietingen. In der Vorrunde schlugen sich die Mietinger gut und hielten Abstand zur Abstiegszone, doch durch die Negativserie nach der Winterpause rutschte die Mannschaft immer weiter nach unten – und stünde nun ebenfalls auf einem Abstiegsplatz und in unmittelbarer Nähe zu den Ehingern, wenn nicht am Samstag gegen Weingarten (4:1) der erste Rückrundensieg gelungen wäre. „Wir haben uns von Woche zu Woche gesteigert und waren im Torabschluss sehr effizient“, sagte SVM-Spieler und Co-Trainer Christian Glaser.

Seinen ersten Sieg seit Längerem feierte auch der FV Altheim, der mit 5:1 gegen Eschach ebenfalls hoch ausfiel. Aber FVA-Trainer Zoran Golubovic stellte klar: „Wenn man die Zahlen sieht, denkt man: Das war aber deutlich. Aber so war es nicht. Wir hatten nur das Glück, dass wir unsere Chancen verwertet haben.“ Der TSV Eschach fühlte sich klar unter Wert geschlagen und in der einen und anderen Szene auch benachteiligt. „Meiner Meinung nach hat der Schiedsrichter bei zwei Toren eine klare Abseitsstellung übersehen“, sagte TSV-Trainer Stefan Krause. „Auch der Platzverweis war zu hart. Michael Eitel hat für zwei Fouls Gelb und Gelb-Rot gesehen.“

Auch der SV Ochsenhausen war in letzter Zeit nicht von Erfolgen verwöhnt, doch der Gang in den Süden der Tabelle wurde durch den ersten Sieg nach der Winterpause erst einmal aufgehalten. Das 2:0 gegen den immer mal wieder stolpernden Aufstiegsaspiranten TSV Berg war überraschend, wobei der Berg einmal mehr an sich selbst scheiterte. „Wir haben nicht schlecht gespielt. Unser größtes Manko ist, dass wir immer viele Torchancen haben, diese aber nicht nutzen“, sagte Bergs Trainer Oliver Ofentausek. Keinen Treffer erzielte der Favorit, obwohl der SVO keinen gelernten Torhüter aufzubieten hatte. Keeper Alexander Aumann hatte sich eine Woche zuvor in Oberzell verletzt und weil eine andere Fachkraft offenbar nicht aufzutreiben war, stellte sich der 36-jährige Mittelfeldspieler Eberson Bortolini zwischen die Pfosten. Und hielt den Kaster sauber. „Ein besseres Debüt kann man sich gar nicht vorstellen“, sagte SVO-Spielertrainer Oliver Wild. „So kann es weitergehen.“ Womöglich stellt der Verein die Suche nach einem Aumann-Ersatz nun ein – was Bortolini nicht hofft. „Ich hoffe, der Verein findet einen Torwart. Sonst helfe ich halt weiter aus.“

Von den Niederungen der Liga weit entfernt sind in der Landesliga nur wenige Mannschaften. Dazu gehört neben Berg auch der FV Olympia Laupheim, lange Zeit Spitzenreiter – bis nun Weiler den besten Platz einnahm. Den Allgäuern gelang am Karsamstag, was die Olympia wenige Tage zuvor nicht geschafft hatte: den Abwehrriegel des TSV Straßberg zweimal zu knacken. Die Laupheimer mussten sich gegen den Aufsteiger aus dem Bezirk Zollern zu Hause mit einem 1:1 begnügen – wobei der Ausgleich der Gäste in der Nachspielzeit fiel – während Weiler trotz vieler Ausfälle (unter anderem war Torjäger Mathias Stadelmann nicht dabei) die Straßberger mit 2:1 in die Knie zwang. Straßberg war ein unbequemer Kontrahent. „Der Gegner stand sehr tief, das ist aber legitim im Fußball“, sagte ein enttäuschter Olympia-Trainer Huberts Fundel. Sein Team liegt nun zwei Punkte hinter Weiler, ist aber mit zwei Spielen im Rückstand. Die Tabellenführung für die Allgäuer könnte daher nur auf Zeit sein. (aw)

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