Frühjahrshoch belebt Arbeitsmarkt

Die Ulmer Agentur für Arbeit hat die Zahlen für April veröffentlicht. Das Frühjahr sorgt in der Baubranche für Zuwächse. Generel
Die Ulmer Agentur für Arbeit hat die Zahlen für April veröffentlicht. Das Frühjahr sorgt in der Baubranche für Zuwächse. Generell ist die Situation aber schlechter als im Vorjahr. (Foto: dpa/Jan Woitas)
Schwäbische Zeitung

Die Arbeitslosenquote im Ulmer Agenturbezirk ist im April unverändert bei 3,2 Prozent geblieben. Faktisch ist die zahl der erwerbslosen im Vergleich zum Vormonat zwar etwas gesunken, was vor allem auf die Frühjahrskonjunktur zurückzuführen ist, allerdings liet die Quote auch 0,1 Prozentpunkte über dem April des Vorjahres, als Corona zum ersten Mal auf die Arbeitsmarktzahlen abfärbte. Zum Vergleich: Im März 2020 lag die Quote noch bei 2,6 Prozent.

Im aktuellen Berichtsmonat waren 9748 Menschen arbeitslos, 177 oder 1,8 Prozent weniger als im März. Zum Vorjahresmonat waren das 451 allerdings Personen mehr. „Die Zahl arbeitsloser Menschen sank den dritten Monat in Folge. Insgesamt gesehen zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin erfreulich widerstandsfähig“, berichtet Mathias Auch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Einen positiven Trend sieht der Agenturleiter beim Personenkreis der unter 25-jährigen Arbeitslosen. Hingegen stieg Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen weiter an.

Der Stellenbestand wuchs im April im Vergleich zum Vormonat um 132 Offerten auf 4073 offene Arbeitsangebote an, blieb damit aber deutlich unter Vorkrisenniveau. Die Zahl der Stellenneumeldungen sank. Dazu Mathias Auch: „Regionale Arbeitgeber meldeten mit gut 1200 neuen Stellenangeboten zwar weniger als im März, doch mit Blick auf den Krisenverlauf ist das den dritten Monat in Folge ein überdurchschnittlicher Wert. Allerdings wirken sich Pandemie und Lockdown weiterhin sehr unterschiedlich in den Branchen und Wirtschaftszweigen aus.“

Arbeitslosigkeit

In der Arbeitslosenversicherung (Agentur) waren 5834 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 380 oder 6,1 Prozent weniger als im März aber 161 ot mehr als im April des vergangenen Jahres. In der Grundsicherung (Jobcenter) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 203 Personen auf 3914 weiter an. Zum Vorjahr waren das 290 Frauen und Männer mehr.

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher und junger Erwachsener unter 25 Jahren sank im Vergleich zum Vormonat um 83 auf 1011 junge Erwachsene. Zum Vorjahr waren es 135 Personen weniger, das entspricht einem Rückgang um 11,8 Prozent. Anders zeigte sich die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Im April waren 2554 Frauen und Männer länger als zwölf Monate arbeitslos, das sind 206 mehr als vor vier Wochen und 992 mehr als im Vorjahr. „Die Entwicklung der letzten Monate setzt sich fort. Während die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung sinkt, baut sie sich in der Grundsicherung nach und nach auf. Das korrespondiert mit einem Ansteigen der Langzeitarbeitslosigkeit“, fasst Mathias Auch zusammen.

Stellenmarkt

Die Kräftenachfrage auf Basis der gemeldeten offenen Arbeitsstellen blieb weiter unter Vorkrisenniveau. Der Stellenbestand im Bezirk wuchs um 132 auf 4073 Arbeitsangebote an. Der Vorjahresvergleich fällt mit dem Zeitpunkt zusammen als sich die Krise zum ersten Mal auf die Zahlen der Statistik auswirkte. Damals zählte der Bestand 59 Posten mehr. Zum Vergleich: Im März 2020 lag der Stellenbestand bei 4503. Im aktuellen Berichtsmonat meldeten regionale Arbeitgeber über alle Branchen hinweg mit 1207 neuen Stellenangeboten. Mit Blick auf den Vormonat meldeten insbesondere das Baugewerbe, der Bereich Verkehr und Lagerei wie auch das Verarbeitende Gewerbe weniger neue Stellen.

Kurzarbeit

Vorläufige Daten für den April liegen bis zum 25. des Monats vor. Demnach zeigten in diesem Zeitraum 141 Betriebe für bis zu 4153 Beschäftigte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ulm an. Im März waren es 204 Betriebe die für bis zu 4985 Beschäftigte Kurzarbeit anzeigten.

Der Agenturbezirk im Landesvergleich

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm ging die Arbeitslosigkeit um 1,8 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote blieb mit 3,2 Prozent unverändert zum Vormonat. Unter den Agenturbezirken in Baden-Württemberg ist das der niedrigste Wert. Im Vorjahr lag die Quote bei 3,1 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Land ging um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zurück. Zum Vorjahr sind das 0,2 Prozentpunkte mehr. Die Arbeitslosigkeit im Land sank um 2,3 Prozent.

Alb-Donau-Kreis 3486 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2246) oder das Jobcenter (1240) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das sind 143 oder 3,9 Prozent weniger Menschen als im März. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent.

Ulm Im Stadtgebiet Ulm waren 3 160 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 648) und das Jobcenter (1 476) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Somit nahm die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 63 Personen oder um 2,0 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,3 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als vor vier Wochen und 0,1 mehr als vor einem Jahr. Unter den neun Stadtkreisen im Land lag die Ulmer Quote als einzige unter der Fünf-Prozent-Marke.

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