Frostwinter senkt Infektionsgefahr durch Zecken nicht

Lesedauer: 2 Min
Deutsche Presse-Agentur

Der frostige Winter hat nach Ansicht eines Forschers die Infektionsgefahr durch Zecken nicht verringert. Er fordert daher zur Impfung gegen die Viruskrankheit FSME auf, die typischerweise durch die Tiere übertragen wird.

„Ich erwarte ein ganz normales Zeckenjahr“, sagte der Leiter des nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten, Jochen Süss, in Erfurt. Die Zecken verkröchen sich im Winter unter wärmenden Laubhaufen, die zudem oft von einer Schneedecke geschützt sind. Zwar werde sich die Zeckenzahl etwas verringern, aber ohne spürbare Folgen für das Infektionsrisiko.

Der Forscher warb im Vorfeld einer internationalen Konferenz über Zecken-Krankheiten in Weimar für Impfungen gegen die von Zecken übertragene Viruskrankheit FSME, die in Deutschland bei steigender Tendenz jährlich rund 180 Mal auftritt. Die Impfrate in Deutschland liege selbst in Risikogebieten mit etwa 21 Prozent noch deutlich unter den 60 Prozent, die für einen Rückgang der Erkrankungsrate notwendig sei. Zur Prävention empfiehlt Süss überdies Anti-Zecken-Mittel, die auf die Haut aufgetragen werden. Es gebe nach wie vor sehr viele Substanzen, die trotz ihres hohen Preises nicht wirkten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen