Fronten zwischen Magath und DFB verhärtet

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Deutsche Presse-Agentur

Nach dem ersten Treffen zwischen Funktionären und Trainern der 1. und 2. Bundesliga mit den 42 deutschen Spitzen-Schiedsrichtern schwelgten beide Seiten in Harmonie, doch im Streit zwischen Felix Magath und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist keine friedliche Einigung in Sicht.

Der Trainer des VfL Wolfsburg, der sich weigert, eine Geldstrafe wegen Schiedsrichter-Beleidigung zu bezahlen, hat „zum jetzigen Zeitpunkt“ einen Friedensgipfel abgelehnt. Dies sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Rande der Halbzeit-Tagung der Unparteiischen in Mainz.

Magath hatte angekündigt, vor das DFB-Bundesgericht zu ziehen. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Der Coach hatte am 22. November in der Bundesliga-Partie gegen den VfB Stuttgart in der Pause dem Unparteiischen Helmut Fleischer eine Spielleitung „unter aller Sau“ vorgeworfen. Dafür war Magath auf die Tribüne verbannt worden. Am 28. November wurde er durch einen Einzelrichter-Entscheid zu einer Geldstrafe in Höhe von 10 000 Euro verurteilt. Am 11. Dezember bestätigte das DFB-Sportgericht in einer mündlichen Verhandlung den Urteilsspruch aus dem schriftlichen Verfahren.

Magath, der darauf verweist, dass er sich in seiner langjährigen Trainerkarriere noch nie etwas zuschulden habe kommen lassen, will nun in dritter Instanz Recht bekommen. „Man kann nicht in der Halbzeit eines Bundesliga-Spiels mit so emotionalisierenden Worten auf den Schiedsrichter zugehen“, sagte Koch. Er verwies auch darauf, dass es nicht um den Tatbestand der Beleidigung gehe, wie Magaths Anwälte behauptet hätten, sondern um unsportliches Verhalten.

Dem DFB stößt auch sauer auf, dass der Vorfall nur wenige Tage nach Magaths Teilnahme am sogenannten Runden Tisch mit Vertretern der Schiedsrichter-Zunft und Bundesliga-Funktionären stattgefunden hatte. Zudem hat sich der 55-Jährige im Fernsehen am Tag nach dem Zwischenfall nach Ansicht der Verbandsvertreter despektierlich über die Männer in Schwarz geäußert.

Nach einer zweistündigen Aussprache zwischen 15 Funktionären und Trainern und den Schiedsrichtern am Freitag übten hingegen beide Seiten den Schulterschluss. „Aus meiner Sicht ist es sehr erfolgreich verlaufen. Für die Medien vielleicht nicht so - weil es keinen Streit gegeben hat“, erklärte Koch. Beide Seiten schauten sich umstrittene Szenen aus der Hinrunde auf Video an und erläuterten ihre Sorgen und Nöte. „In dem Moment, wo wir miteinander sprechen, wird es dem einen oder anderen sehr viel schwerer fallen, bestimmte Hemmschwellen zu überschreiten“, meinte FIFA-Referee Herbert Fandel.

Horst Heldt, Sportdirektor des VfB Stuttgart, sprach von einem „konstruktiven, offenen und ehrlichen Treffen“. Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Herbert Bruchhagen meinte: „Ein respektvoller Umgang ist die Grundlage von allem; und daran müssen vor allem wir Protagonisten von den Vereinen arbeiten.“ Kölns Trainer Christoph Daum betonte, „dass wir alle für das Image des deutschen Fußballs verantwortlich sind.“

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