Frage der Solidarität

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Frage der Solidarität
Frage der Solidarität

Ja, Weingarten hat eine bildungspolitische Verantwortung für das mittlere Schussental. Daher ist es vollkommen richtig, dass es die Stadtverwaltung kategorisch ablehnt, die Schüler aus den Umlandgemeinden von den Weingartener Schulen auszuschließen und den Weg eines regionalen Schulentwicklungsverfahrens nicht beschreiten wird. In Zeiten, in denen Solidarität und Gemeinschaft stärker denn je gefragt sind, wäre das das falsche Signal. Allerdings ist bildungspolitische Verantwortung nicht mit finanzieller Verantwortung gleichzusetzen. Gerade wenn Weingarten finanziell grundsätzlich schlecht dasteht und die kleineren Nachbargemeinden gut gefüllte Kassen haben, ist es eigentlich nicht einzusehen, dass Weingarten für die Bildung der externen Schüler noch draufzahlt.

Und genau das ist der Fall. Mehr als 50 000 Euro kosten die externen Schüler Weingarten pro Jahr. Auch wenn das im Gesamtkontext noch überschaubar ist, stellt sich hier eine grundsätzliche Frage. Mehr noch. Es geht um Solidarität. Um beiderseitige Solidarität. Wenn von Weingarten eine bildungspolitische Verantwortung erwartet wird, darf man auch die finanzielle Verantwortung der kleineren Nachbargemeinden einfordern. Durch Weingarten müssen sie keine beziehungsweise weniger weiterführenden Schulen vorhalten und sparen sich damit bares Geld. Daher wäre es nur gerecht, wenn sie Weingartens Defizit ausgleichen würden.

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