FN 2020 - Neue Serie: SZ schreibt Zukunft

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Schwäbische Zeitung

Von unserem Redakteur Andreas Mühl

Zehn Kernthemen haben wir für unsere Serie definiert, die wir in den kommenden Wochen zur Diskussion stellen. Dabei geht es heute um die Bevölkerungsentwicklung der Stadt. Wie sieht die Struktur in zehn oder 20 Jahren aus? Was bedeutet das für Stadtplanung, Wohnquartiere oder auch Freizeit-, Schul- oder Berufsangebote? Eines ist beim Thema „Demografie“ ganz sicher: Der Anteil der älteren und alten Bürger wird deutlich zunehmen. Wie also verbringt man im Jahr 2020 oder 2030 zum Beispiel seinen Lebensabend? In einem Heim? Das wollen schon heute nur die wenigsten alten Menschen. Stattdessen könnten Rainer Barth zufolge bis 2020 „Quartiermodelle“ eine Kombi-Variante sein, bei der professionelle und ehrenamtliche Hilfe ineinander greifen, hofft der Sozialplaner des Bodenseekreises.

Zaghaft beginnt derzeit in Frickingen, was sich Barth für den gesamten Landkreis wünscht: Hier firmiert das Rathaus sowohl als Anlaufstelle für Rat suchende Senioren – wie auch für noch rüstige ältere Menschen, die sich gern ehrenamtlich für Mitbürger einbringen möchten, die gebrechlicher sind als sie selbst. Die Rathäuser der Gemeinden wären laut Barth die idealen Orte, um die unterschiedlichen Gruppen miteinander zu vernetzen und das häufig noch schlummernde Ehrenamtspotenzial zutage zu fördern. Wenn sich dann ein auf die jeweiligen kommunalen Gegebenheiten zugeschnittenes Quartiermodell entwickelt, könnten sich künftig Ehrenamtliche und Profis gemeinsam um pflegebedürftige Menschen in einer Gemeinde kümmern beziehungsweise diese unterstützen. Denn, wer selbst nicht mehr so mobil ist, freut sich auch über „Geschenke“ wie Einkaufen, Behördengänge, Vorlesestunden oder Fahrdienste. In Frickingen gibt’s bereits einen Verein Bürgerselbsthilfe, in dem sich Senioren für Senioren engagieren.

SZ will Themen anstoßen

Mit dieser Problematik und noch ganz anderen Aspekten der Bevölkerungsentwicklung beschäftigen wir uns heute auf zwei Sonderseiten in dieser SZ-Ausgabe. So vielfältig die Themen und Fragen sind, so unterschiedlich können auch die Antworten sein. Das trifft auf unsere gesamte Serie FN 2020 zu, mit der wir eine Diskussion in der Stadt über alle zukunftsrelevanten Themen anstoßen wollen. Viel hat sich in Friedrichshafen in den vergangenen zehn Jahren getan, die Stadt hat sich bereits deutlich verändert. Doch eine Stadt ist natürlich nie zu Ende gebaut, und Friedrichshafen hat noch unglaubliche Potenziale. Diese zu erkennen und städteplanerisch abgestimmt, hochwertig und sinnvoll in Projekte umzusetzen, ist Herausforderung, Chance, Kür, aber auch Pflichtprogramm aller Beteiligten, angefangen bei den Fachbehörden der Verwaltung über die Politik bis hin zu den Bürgern, die informiert und gegebenenfalls beteiligt werden wollen und müssen. Die Redaktion der Schwäbischen Zeitung hat sich in der Serie FN 2020 auf dieses durchaus schwierige und anspruchsvolle Terrain gewagt und versucht, Thesen, Aufgaben und Lösungsansätze herauszuarbeiten.

Für eine externe Sicht auf die Zukunftsthemen sowie eine kritische Bestandsaufnahme haben wir die Architektin Marion Draenert beauftragt, Fachleute zu interviewen. Die Gespräche veröffentlichen wir als weiteren Baustein der Serie FN 2020 ebenfalls in den kommenden drei Wochen. Heute starten wir auf einer Sonderseite mit einem Interview mit dem Stadtplaner Professor Heinz Nagler.

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