Die Nutzer des Flugplatzes kommen aus der gesamten Region.
Die Nutzer des Flugplatzes kommen aus der gesamten Region. (Foto: sbo)
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Mit Investitionen kann man eine Unternehmenssituation durchaus deutlich verbessern. Das belegt die Gewinn- und Verlustrechnung 2019 der Flugplatz Donaueschingen-Villingen GmbH mit einem Gewinn von 64 322,97 Euro.

Der seit gut einem Jahr amtierende Geschäftsführer Eckhard Pauly erläuterte im Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages die Zahlen. Die Bilanzsumme von 1,946 Millionen Euro liegt nur knapp unter dem Ergebnis des Vorjahres.

Zwei neu gebaute Flugzeughallen tragen mit den Mieteinnahmen wesentlich zu diesem positiven Ergebnis bei. Gleichwohl stehen damit auch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in der Bilanz. 2019 sind das rund 1,2 Millionen Euro, gut 40000 Euro weniger als im Vorjahr. Fragen nach anstehenden Sanierungen konnte Pauly vorerst verneinen.

An der Landebahn mit dem etwas sumpfigen Untergrund müsse in den nächsten fünf Jahren nichts getan werden. Als beruhigend wurde wahrgenommen, dass es in jüngster Zeit keine Unfälle gegeben habe. Gleichwohl räumte Pauly einige kritische Situationen ein. Auch an den Wochenenden mit vielen Privatflügen und Stau im Luftraum gebe es kein Kollisionsrisiko.

Auf Nachfrage informierte Pauly über den Sachstand zum Hotel Concorde, das sich parallel zur B 31 und entlang der Landebahn befindet. Das Hotel, so Pauly, wurde Ende 2019 an die Immobilienfirma Pro Invest in Bad Dürrheim verkauft. Die Pächtersuche gestalte sich schwierig. Mit der Wiedereröffnung des für den Flugplatz wichtigen Übernachtungsangebotes rechne man im Frühjahr 2021. Das Bistro „Fliegerstüble“ habe man aus dem Hotelvertrag herausnehmen können, es werde in Eigenregie von eigenen Mitarbeitern betrieben. Dieses Angebot sei wichtig für den Flugplatz im Blick auf Privatleute und Ausflügler, die zum Verkehrslandeplatz kommen.

Was von engagierten Umweltschützern wie von Bewohnern der Ostbaar, die vom heimischen Flugverkehr direkt betroffen sind, zuweilen kritisch hinterfragt wird, die Entwicklung der Flugbewegungen und vor allem das Verhältnis von Geschäfts- und Privat-/Sportflügen, dazu äußerte sich Pauly erst auf Nachfrage am Rande der Sitzung. Insgesamt stieg die Zahl der Flugbewegungen von 2018 zu 2019 um 9,48 Prozent. Davon entfallen 17 Prozent, so Pauly, auf Geschäftsflüge. Der große Rest ist Privat-/Sportfliegerei.

Etwas unklar bleibt die Einstufung als „gewerblich“, wenn Pilot und Passagier als Firmenangestellte im eigenen Flugzeug unterwegs sind. Spaziergänger sind zuweilen irritiert, wenn ein und dasselbe Flugzeug kurzfristig mehrfach startet und landet. Das hat offensichtlich mit der seit Jahren hier angesiedelten Flugschule zu tun beziehungsweise der Notwendigkeit Privat-/Sportfluglizenzen zu sichern.

Beim einstimmigen Beschluss, den Jahresüberschuss der Gewinnrücklage zuzuführen und den Geschäftsführer zu entlasten, enthielten sich Wolfgang Kaiser und Armin Schott von den Grünen. Sie sagten auf Nachfrage, nach zehn Jahren sei man es leid, immer wieder erfolglos auf den hohen Anteil von privatem Sportflugverkehr hinzuweisen. Auch wenn die Geschäftsflüge auf dem Verkehrslandeplatz in Donaueschingen nicht einmal 20 Prozent ausmachen, halte man diese Einrichtung für die Wirtschaft doch für wichtig.

Der Flugplatz, so Landrat Sven Hinterseh, „tut der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gut. Die Nutzer kommen aus der gesamten Region, insbesondere aus der regionalen Wirtschaft“. Zufrieden äußerte man sich in der Diskussion zum Bau der beiden neuen Rundhallen am Ende der Flughafengebäude in Richtung Donaueschingen. Die Vorstellung, die Stellplätze zügig vermieten zu können, und dabei hatte man damals auch die Sportflieger aus der Schweiz im Blick, hat sich offensichtlich erfüllt und inzwischen positiv in der Bilanz niedergeschlagen.

Zur Gesellschaft der Flugplatz GmbH zählen mit Geschäftsanteilen von jeweils 27 Prozent oder 30 700 Euro die Städte Donaueschingen und Villingen-Schwenningen und der Schwarzwald-Baar-Kreis, der Landkreis Tuttlingen mit 10 250 Euro, die Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg mit 7700 Euro und Erbprinz Christian zu Fürstenberg mit 3600 Euro.

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