Flucht in die „Anstalt der besseren Mädchen“

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Deutsche Presse-Agentur

Loretta, eine junge Frau, lebt in Berlin. Sie ist depressiv, sie hat das Kunststudium abgebrochen und sie hat einen Freund, der sie bemuttert und ihr Tagespläne schreiben muss.

Doch Loretta, verträumte und lebensfremde Heldin in Julia Zanges erstem Roman „Die Anstalt der besseren Mädchen“, streift ziellos durch die Großstadt, interessiert sich eigentlich nur für Mode, schlägt ansonsten die Zeit tot. Sie sucht die Nähe von Punks und Drogensüchtigen, mit deren Leid sie sich identifizieren kann. „Wenn es ein Leben gäbe, wäre ich gern dabei“, sagt sie.

Als Loretta schwanger wird, wird sie ihrer Verantwortung als Mutter nicht gerecht und ist sich ihrer Gefühle gegenüber dem Kind unsicher. Sie ergreift die Flucht, landet auf einem Bauernhof in einem Mädchencamp, das Teil eines Forschungsprojektes ist. Dort verbringt sie ihre Zeit mit der Erfüllung von Pflichten, findet Stück für Stück ihren Platz in der Gesellschaft und gewinnt schließlich zunehmend Lebenssinn auch durch die Fürsorge für den Nachwuchs.

Die 1983 geborene Zange wechselt in ihrem schonungslos ehrlichen Debüt zwischen nüchternem Realismus und Ironie.

Julia Zange

Die Anstalt der besseren Mädchen

Suhrkamp Verlag, Frankfurt

158 S., Euro 15,00

ISBN 978-3- 5184-2025-6

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