Finanzamt muss Fahrtenbuch als PC-Datei nicht akzeptieren

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Deutsche Presse-Agentur

Das Finanzamt muss eine mit einem Computerprogramm erstellte Datei nicht als Fahrtenbuch akzeptieren. Das geht aus einem Urteil des Hessischen Finanzgerichts in Kassel hervor.

Denn nach Auffassung der Richter bestehen in diesem Fall große Manipulationsmöglichkeiten. Insbesondere könnten nachträglich Änderungen vorgenommen werden, ohne dass sie auffielen (Az.: 13 K 2874/07).

Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage des Geschäftsführers einer GmbH ab. Dem Kläger stand ein Betriebs-Pkw auch zur privaten Nutzung zur Verfügung. Da er kein Fahrtenbuch geführt hatte, berechnete das Finanzamt den privaten Vorteil nach der sogenannten Ein-Prozent-Methode: Die Behörde wertete ein Prozent des Neuwagenwertes als Einkommen des Klägers und forderte Einkommensteuer in entsprechender Höhe nach. Daraufhin legte der Kläger eine Excel-Datei vor. Die darin aufgezeichneten Fahrten sollten belegen, dass er den Wagen ausschließlich für betriebliche Zwecke nutze.

Wie bereits das Finanzamt wertete auch das Finanzgericht die Datei als unerheblich. Der Nachweis der betrieblichen oder privaten Nutzung eines Fahrzeugs sei nur mit einem Fahrtenbuch möglich. Die vom Kläger vorgelegte Datei sei wegen der mit ihr möglichen Manipulationen nicht geeignet, den fortlaufenden und lückenlosen Charakter der Angaben und ihre zeitnahe Eintragung zu belegen.

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