Film: „Unheimlich perfekte Freunde“

Lesedauer: 4 Min
 Luis Vorbach als Frido und sein perfektes Ich in einer Szene des Films „Unheimlich perfekte Freunde“.
Luis Vorbach als Frido und sein perfektes Ich in einer Szene des Films „Unheimlich perfekte Freunde“. (Foto: Marc Reimann)
Cordula Dieckmann

Es ist der Film zum Übertrittswahnsinn, der gerade vielen Grundschülern zu schaffen macht. Hauptsache Gymnasium oder zumindest Realschule. Nicht umsonst ist etwa in Bayern die Rede vom Grundschulabitur. Im Kinderfilm „Unheimlich perfekte Freunde“ entdecken Viertklässler, wie sie ehrgeizige Eltern ohne viel Stress glücklich machen können: Mit ihren Spiegelbildern, die auf magische Weise zum Leben erwachen.

„Ich bin du in perfekt, ich kann all das, was du nicht kannst“, verspricht Fridolins Ebenbild. Und so wird aus Frido, dem Chaoten, ein Musterschüler. Doch die Doppelgänger haben einen Plan: Sie wollen die Kinder aus ihrem eigenen Leben verdrängen. Mit allen Mitteln versuchen die Schüler deshalb, die unheimlich perfekten, merkwürdig seelenlosen Spiegelbilder wieder loszuwerden.

Marcus H. Rosenmüller („Trautmann“) hat die spannende, unterhaltsame Komödie inszeniert. Sie macht deutlich, dass gute Noten nicht alles sind im Leben. „Unheimlich perfekte Freunde“ ist ein Plädo-yer für Freiheit und Fantasie – und für Kinderparadiese, in denen Erwachsene nichts zu melden haben und die nur dort entstehen können, wo Kinder ungestört spielen dürfen.

Sahnetorten fliegen durch die Luft

Heutzutage werde wahnsinnig viel in Bildung, ins Übermorgen und in die Zukunft der Kinder investiert, kritisiert Rosenmüller. „Darüber wird aber vollkommen vergessen, einfach mal im Jetzt sein zu können, Spaß zu haben, der sinnlos ist und nur zur Befriedigung von Abenteuerlust und Gaudi dient.“

Das Paradies für Frido, Emil und ihre Freunde ist ein stillgelegtes Schwimmbad, in dem die Kinder mit selbstgebastelten Seifenkistenautos die Wasserrutschen runtersausen. Kreativ, aber nicht unbedingt das, was sich viele Eltern unter perfekter Freizeitbeschäftigung vorstellen. Das zeigt auch ein Schnuppertag für Viertklässler und ihre Eltern. „Wollen Sie, dass Ihr Kind zu den Gewinnern gehört oder zu den Verlierern?“, dröhnt der Rektor der Schule mit Eliteanspruch. Zucht und Ordnung herrschen hier, bis plötzlich das totale Chaos ausbricht und fette Sahnetorten durch die Gegend fliegen.

Sind perfekte Kinder wirklich die Lösung? Eher nicht, geht es nach der Komödie, die mithilfe der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ entstand. Sehenswert ist das Werk allein schon wegen der tollen Leistung der Kinder, die sich selbst und ihr Spiegelbild spielen, allen voran Luis Vorbach („Die kleine Hexe“) als Fridolin. Was er vom Lernstress für super Noten hält, bringt Frido in einer Film-Szene auf den Punkt: „Dann habe ich doch gar keine Zeit mehr zum Spielen.“ (dpa)

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen