Film: „Monsieur Claude 2“

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Monsieur Claude (Christian Clavier) und seiner Frau Marie (Chantal Lauby) gefallen die Pläne ihrer Töchter und deren Gatten so g
Monsieur Claude (Christian Clavier) und seiner Frau Marie (Chantal Lauby) gefallen die Pläne ihrer Töchter und deren Gatten so gar nicht. (Foto: dpa)
André Wesche

Die französische Komödie „Monsieur Claude und seine Töchter“ traf vor fünf Jahren einen Nerv. Allein in Deutschland fanden vier Millionen Zuschauer den Weg ins Kino, in Südkorea immerhin knapp 200 000. Der Film an sich war nicht wirklich ein Meisterwerk und der Humor gestaltete sich oft schlicht.

Aber die Geschichte hatte es in sich, vereinigte sie doch fünf unterschiedliche Kulturkreise am Tisch des völlig überforderten Notars Claude Verneuil (Christian Clavier). Dessen vier Töchter hatten sich einen Asiaten und einen Afrikaner, einen Juden und einen Moslem geangelt. Monsieur Claude war mit seinen diversen Vorurteilen nicht allein, denn auch die Schwiegersöhne untereinander pflegten ihre klischeehaften Weltbilder.

Zu Beginn der unweigerlich fälligen Fortsetzung kehren Monsieur Claude nebst Gemahlin von einer Weltreise zurück. Sie haben die Heimatländer der vier Schwiegersöhne aufgesucht. Nun stopfen sie sich erstmal mit französischen Spezialitäten voll und freuen sich sogar über den aktuellen Bahnstreik: Juhu, endlich wieder zu Hause!

Dort wurden indes Pläne geschmiedet, die Claude nicht gefallen werden. Die Mädels und ihre Männer wollen Frankreich den Rücken kehren und sich in alle Windrichtungen zerstreuen. Diese Pläne kann der Familienvorstand natürlich nicht kampflos hinnehmen. Er inszeniert eine Kampagne, um die Grande Nation als Paradies auf Erden hinzustellen.

Für die Fortsetzung hat Philippe de Chauveron, der Mann hinter dem Original, wieder das gesamte Erfolgsensemble zusammengetrommelt. Auch sein neuer Film kommt nicht sonderlich subtil daher, aber er spiegelt perfekt den gesamten Irrsinn und die Unsicherheiten unserer Zeit wider. Natürlich ist der afghanische Flüchtling, den sich die Madame von ihrem Pfarrer als Gartenhelfer aufschwatzen lässt, in Monsieurs Augen ein potenzieller Terrorist.

Der chinesische Schwiegersohn legt jede noch so unschuldige Bemerkung als Rassismus aus, und das farbige Mitglied der Familie bekommt als Schauspieler nur Kurzauftritte als Krimineller. Der arabische Anwalt schließlich muss sich nur noch mit Burka- und Burkinifällen herumschlagen.

Klischees allesamt, die in der Wirklichkeit verwurzelt sind und von gut gelaunten Darstellern sympathisch und ziemlich patriotisch aufbereitet werden.

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