Film: „Friedhof der Kuscheltiere“

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 Jason Clarke als Louis in einer Szene des Films „Friedhof der Kuscheltiere“
Jason Clarke als Louis in einer Szene des Films „Friedhof der Kuscheltiere“ (Foto: Kerry Hayes/dpa)
Christof Bock

Schon in den ersten Sekunden des Horrorthrillers „Friedhof der Kuscheltiere“ bekommen die Zuschauer das Grauen, das auf sie zukommen wird, aus der Vogelperspektive zu sehen. Kamerafahrt über einsame, laublose Wälder in Neuengland. Ein brennendes Haus, Spuren von Gewalt, blutige Fußabdrücke in der Einfahrt, kein Mensch zu sehen.

Dann die Rückblende: Louis und Rachel Creed ziehen mit ihrer Bilderbuchfamilie in ihr neues Eigenheim ein. Leise schleicht sich der Tod in das Leben des College-Arztes Louis Creed (Jason Clarke, „Terminator: Genisys“) ein.

Auf dem riesigen Grundstück seines schmucken Hauses, einst ein Indianergebiet, pflegen die Kinder der Gegend seit Generationen ein eigentümliches Ritual. Sie setzen feierlich ihre gestorbenen Hunde, Katzen und Hamster auf einem Tierfriedhof bei, der mit den Jahrzehnten nach und nach zu einer großen Spirale von selbstgebastelten Grabsteinen gewachsen ist. Dahinter verbirgt sich ein dunkles Geheimnis, wie Creed zu seinem Entsetzen erfährt.

Die horrorbewährten US-Regisseure Kevin Kölsch und Dennis Widmyer beteiligen sich an einem Trend der vergangenen Jahre und haben sich jetzt ebenfalls an eine neue Kinofassung eines Stephen-King-Schockers gewagt. Ihr großer Vorteil dabei: Die frühere Kino-Version von 1989 war zwar ein Kassenschlager, gilt aber als eine der miserabelsten King-Verfilmungen und hat seinerzeit viele Fans wütend gemacht.

Das Regisseurs-Duo hat nun aus Fehlern anderer gelernt. „Friedhof der Kuscheltiere“ ist ein Film, der sich detailverliebt an den stärksten Alpträumen des Bestsellers abarbeitet, aber ganze Handlungsstränge nur andeutet, sie komplett ausradiert oder aber geschickt umstellt. Stephen King hatte mit seinem Roman 1984 eine düstere Parabel über einen Mann geschrieben, der den Tod mit unlauteren Mitteln bekämpfen will, ihn dadurch immer tiefer in sein Leben holt und sich immer wieder falsch entscheidet.

So eine deprimierende griechische Tragödie wäre 2019 keinem größeren Kinopublikum mehr zu verkaufen. Kölsch und Widmyer aber entstauben den Stoff und setzen stattdessen auf punktgenaue Tricktechnik, überraschende Wendungen und massenweise Zombie-Action. Den Großmeister des Horrors dürfte es freuen. (dpa)

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